PRESSESPIEGEL

 

CANTAR D'AMORE
Von Liebesbegegnungen & Liebesbeziehungen
Ensemble Oni Wytars

VON LIEBE, LEID UND LEIDENSCHAFT

Unter der Leitung von Marco Ambrosini entführte das Ensemble Oni Wytars das Publikum der Innsbrucker Abendmusik an Schauplätze in Mittel- und Süditalien zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Von den ersten Arpeggios an war man vor Ort: ein neapolitanisches Volksfest, ein lauschiger Platz in einer verträumten Stadt irgendwo in Apulien, ein Balkon der Geliebten, die schmachtend angesungen wird mitten in den Abruzzen. Die musikalische Besonderheit dieser Zeit liegt in dem fließenden Übergang zwischen Volks- und Kunstmusik, der aus dem regen Austausch des blühenden Musiklebens in dieser Region resultierte. Gerade diese Kostbarkeiten, deren Ursprünge nicht immer genau zu eruieren sind, bündelte das Ensemble in dem Programm "Cantar d'amore" und fächerte damit die Geschichte der Liebe in all ihren Facetten auf. Thematisch umspannten die Lieder alle Phasen - von der Verliebtheit, dem Trennungsschmerz bis zur Liebe weit über den Tod hinaus. Emotion ist Energie in Bewegung und das, was uns alle rührt und verbindet, ist doch das Gefühl, worum sich alles dreht: die Liebe. Das Herz des Ensembles ist zweifelsfrei die Stimme Gabriella Aiellos. In der Volkstradition der italienischen Renaissance höchst versiert, bot sie innig fesselnd und authentisch die lyrischen Texte in kunstvoller Phrasierung dar und öffnete damit ein Tor durch Zeit und Raum. Dass das Leben ein Fest sein kann, zeigten die schwungvollen Instrumentalsätze zu "La Rondinella" oder "Maronna nun è cchiù" in farbenreicher Instrumentation: vom Dudelsack über Maultrommel, Rahmentrommeln, Glocken, Tamburin und Kastagnetten, der Blockflötenfamilie, Harfe, Gitarre, Mandoline, Schalmei bis zur Nyckelharpa - alles wurde zur Rekonstruktion des authentischen Klanges geboten. Besonders harmonisch auch die Stücke im dreistimmigen Vokalsatz (Aiello, Delfino und Rabanser). Gerade bei den Zugaben wandelte sich die Kommunikation im Ensemble: gelöster, in Bewegung und mit Blickkontakt einenader zuspielend kam der Charakter der Stücke noch besser zur Geltung. 

Tiroler Tageszeitung, Christine Peham, 29. Jänner 2017

 

ON A COLD WINTER'S DAY
Musikalische Weihnachtsfreuden auf den britischen Inseln
Quadriga Consort
Nikolaus Newerkla - Leitung

FEUERWERK IN WINTERSNÄCHTEN

In der Reihe "Innsbrucker Abendmusik" ließ sich am Samstag Abend im "Vier-und-einzig" erneut das steirische "Quadriga Consort", eines der originellsten Ensembles auf alten Instrumenten, hören. Sein Programm "On a cold winter's day" ist ein wahres Feuerwerk an vergnüglichen Neuinterpretationen britischer un dirischer "Traditionals"

"On a cold winter's day" ist auch der Titel einer erfolgreichen CD der 2001 gegründeten "Early Music Band", deren Zugang zu Alter Musik nicht die historische Aufführungspraxis, sondern das interpretierende Arrangement ist. Mit Nikolaus Newerkla, der die Gruppe vom Cembalo aus leitet und gelegentlich auch zu "Vibrandoneon" (einer Art Melodika) und Ukulele greift, verfügt "Quadriga Consort" über einen genialen und witzigen Arrangeur, der nicht davor zurückscheut, britische Winterlieder und "Carols" des 16. und 17. Jahrhunderts auch mit jazzinspirierter Harmonik zu unterlegen. Derartiges liegt besonders Ulrike Tropper, der neuen "Quadriga"-Sängerin, gut, da sie ja aus dem Jazz komm und Newerklas Arrangements mit Herzenswärme und einem Schuss Soul in der Stimme zu erfüllen mag. Was "Quadriga Consort" an alten Liedern, die von geselligen Freuden zur Weihnachtszeit handeln, zutage förderte, ist in vieler Hinsicht überraschend, wie etwa das schottische Lied "Child in a manger", dessen Melodie man seit Cat Steven's Welthit "Morning has broken" kennt, oder die herzlichen "Wassailing Songs". Letztere bilden das Repertoire eines alten englischen Neujahrsbrauches und zielen auf den Konsum von "Wassail", einem speziell zubereiteten Bier, ab. Mit den großartigen Flötistinnen Karin Silldorf und Angelika Huemer - letztere spielt auch Gambe - sowie der "Rhythm Section" mit Dominika Teufel (Gambe), Philipp Comploi (Basse de Violon) und Laurenz Schiffermüller (Perkussion) vermag das Ensemble auch irische Jigs und Reels mitreißend vorzutragen. 

Kronenzeitung, Thomas Nussbaumer, 12. Dezember 2016

 

ON A COLD WINTER'S DAY
Musikalische Weihnachtsfreuden auf den britischen Inseln
Quadriga Consort
Nikolaus Newerkla - Leitung

WEIHNACHT IM MELANCHOLISCHEN GLANZ

 Für die Innsbrucker Abendmusik gastierte das Quadriga Consort im vierundeinzig, das mit seinem Programm "On a cold winter's day" von den winterlichen Freuden zu berichten wusste. Das Alte Musik Ensemble, das von sich selbst als "Early Music Band" spricht, schaut mit modernem Auge und Ohr auf das musikalische Material der Britischen Inseln, bleibt jedoch in Bezug auf das Instrumentarium dem Originalklang treu. Trotz orchestral gedachter Arrangements behalten die Bearbeitungen der Traditionals durch die Instrumentation große Leichtigkeit. Der künstlerische Leiter Nikolaus Newerkla, der für alle Arrangements und Kompositionen verantwortlich zeichnet, bewies wieder einmal, dass erkeine Angst vor poppigem Pathos hat und die Jazzharmonielehre beherrscht: Durchgänge, Vorhalte und rhythmische Akzentverschiebungen aus Jazz und Pop klingen mit Selbstverständlichkeit aus dem musikalischen Satz hervor und bleiben dennoch bescheiden. Newerkla weiß auf dem (Cembalo-) Manualder großen Gefühle zu spielen. Gleich zu Beginn des Abends stand ein inniges Wiegenlied, das dem Neuzugang Ulrike Tropper Gelegenheit gab, all ihre Stimmfarben zu zeigen. Ihre Sozialisation im Jazz, Funk und Soul unterstreicht diesen Aspekt im Quadriga Consort, die Registerbeherrschung war beeindruckend, ihre Interpretation überzeugte durch Kernigkeit. Mit frischem Wind nahm der Abend Fahrt im Up-Tempo auf und führte unter anderem beschwingt in den weihnachtlichen Brauch des "Wassailings" ein. Das Quadriga Consort gilt zu Recht als Garant für eine besinnliche und sinnerfüllte Zeit - nun darf es also Weihnachten werden. Im Vorkonzert zeigte der Kammerchor des Musikgymnasiums Innsbruck sein Potential, was im anspruchsvollen weihnachtlichen Programm in den Frauenstimmen überzeugte und sich bei den jungen Männern mit Mut weiter entfalten darf. 

Tiroler Tageszeitung, Christine Peham, 12. Dezember 2016

 

HOLZBLÄSER UNTER SICH
Virtuoses für zwei Oboen, Fagott & Cembalo
Ensemble La Concordanza
Andrea Mion & Aviad Gershoni - Barockoboen
Elena Bianchi - Barockfagott
Irene de Ruvo - Cembalo

 

Barock im Klanggewand seiner Zeit - Zweites Abo-Konzert der "Innsbrucker Abendmusik" mit "La Concordanza"

Im zweiten Abo-Konzert der "Innsbrucker Abendmusik" präsentierte sich am Sonntag Abend im Canisianum mit "La Concordanza" eines der renommiertesten Originalklang-Ensembles Italiens für barocke Musik. Werke von J.F. Fasch, J.S. Bach, Ch.Ph.E. Bach und J.D. Zelenka standen auf dem Programm.

"La Concordanza" ist was für feine Ohren. Das von der Cembalistin, Organistin und Musikwissenschaftlerin Irene de Ruvo gegründete und geleitete Ensemble tritt, je nach Anlass, in unterschiedlichen Besetzungen auf. Für das Innsbrucker Konzert fanden sich neben de Ruvo am Cembalo die beiden Oboisten Andrea Mion und Aviad Gershoni und die Fagottistin Elena Bianchi zusammen. Alle spielen sie auf Instrumenten "barocker" Bauart, was dazu führt, dass der Ensembleklang schlank und filigran wirkt. Insbesondere Andrea Mion und sein Partner Aviad Gershoni zelebrieren dieses "historische" Klangideal nahezu idealtypisch. Ruhig und besonnen, aber technisch raffiniert entfalten sie die üppigen Meldodien und Spielfiguren in Faschs Sonate in d-Moll, in J.S. Bachs Triosonate BWV 527 (auch in d-Moll) und in der a-Moll-Pastorale seines genialen Sohnes Carl Philipp Emanuel, präzise und fundiert ergänzt durch Elena Bianchi am Fagott und die souveräne Cembalistin. Letztere wiederum beeindruckte auch solistisch mit ihrer Interpretation von Bachs Fantasie und Fuge in a-Moll (BWV 904), ein Werk, das durch eine Doppelfuge glänzt. Effektvoll jedoch spielt "La Concordanza" eigentlich nicht. Das Ensemble wirkt introvertiert - manchmal sogar zu sehr - und um historische Originaltreue bemüht. Wirklich fesselnd gelang ihm aber die grandiose Sonata II in g-Moll des aus Böhmen stammenden Dresdner Komponisten Zelenka, ein Werk, das durch seinen formalen Bau (auch hier eine Doppelfuge), seine gewitzten Dialoge und seine Musikalität besticht. Da punktete "La Concordanza" auf allen Linien. 

Kronenzeitung, Thomas Nussbaumer 15. November 2016                                           

 

BAROCKER ORCHESTERGLANZ
L'Orfeo Barockorchester
Carin van Heerden - Blockflöte & Barockoboe
Philipp Wagner - Barockoboe
Michi Gaigg - Leitung
Montag, 27. Juni 2016

 

Abendmusik“: Tolles Saison-Final
Barock vom Feinsten

Das feinfühlig und brillant aufspielende „L’Orfeo Barockorchester“ unter der Leitung von Michi Gaigg beschloss am Montag Abend mit Werken von Vivaldi, Muffat, Finger, Aufschnaiter, Viviani und Wagenseil im Haus Vier-und-Einzig die Abo-Saison der Innsbrucker Konzertreihe „Abendmusik“.

Besonders zu würdigen ist die Leistung der Flötistin und Barockoboistin Carin van Heerden, die, ebenso wie die Geigerin Michi Gaigg, zu den Gründungsmitgliedern des in Linz ansässigen „L’Orfeo Barockorchesters“ zählt. Van Heerdens Darbietung des Soloparts in Antonio Vivaldis Concerto c-Moll (RV 441) für „Flauto solo“, Streicher und Basso continuo war (Block-) Flötenmusik vom Feinsten. Bewundernswert, mit welcher Akribie und Musikalität sie sich durch die modulierende Harmonik in Vivaldis Partitur vorarbeitete.

Kompliment aber auch dem Orchester, das durch seine klanglich sehr differenzierte, unaufdringliche Gestaltung und vor allem im Piano sehr plastische Dynamik der Musik Vivaldis neue Facetten entlockt! Wie wohltuend, dass dieses Orchester Vivaldis Musik ernst nimmt und nicht, wie andere, versucht, durch reißerische Kontrasteffekte zu punkten. Eine Offenbarung war besonders die Interpretation des Largo-Satzes aus Vivaldis Concerto d-Moll (RV 535), das van Heerden und Philipp Wagner auf zwei Barockoboen, begleitet nur vom Fagottisten Rocerio Goncalves, darboten. Abgesehen von Vivaldi-Concerti präsentierte das in allen Registern brillant, mit Wärme und ausgewogen musizierende „L’Orfeo Barockorchester“ auch andere musikalische Leckerbissen, etwa Gottfried Fingers Sinfonia F-Dur (mit zwei Flöten im Zentrum), Benedikt Aufschnaiters tänzerische Serenade Nr. 4 in a-Moll (1695), Georg Wagenseils zukunftsweisende Sinfonia g-Moll (1761) oder Giovanni Vivianis „Sinfonia“ zu dessen Oper „La Vaghezza del Fato“ (1672). Sie hatte er anlässlich seiner Bewerbung für eine Stelle an der Innsbrucker Hofkapelle vorgelegt. Da er wie auch Aufschnaiter und Finger Komponisten mit Tirolbezügen waren, trug das Programm den Untertitel „Klingende Raritäten aus Tirol & Venedig“. 

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer 30.7.2016

 

 

EIN KLANGFEST FÜR BAROCKGITARRE & ORGEL
Instrumentale Perlen der Tiroler Barockmusik
Rolf Lislevand - Barockgitarre & Theorbe
Peter Waldner - Orgel & Orgelpositiv
Sonntag, 22. Mai 2016

Rolf Lislevand in Innsbruck - Orgel trifft Theorbe trifft Genialität

.... Rolf Lislevand begann das Konzert zusammen mit Peter Waldner. Das Klang-Duo aus Theorbe und Orgelpositiv intonierte "Antidotum Tarantulae" des Komponisten Athanasius Kircher... Es war wohl kein Zufall, dass die harmonisch und musikalisch einfachste und zugänglichste Komposition diesen Abend eröffnete und abschloss. Nach dem nur wenigen Minuten dauernden Anfangsstück begab sich Peter Waldner hinauf zur großen Orgel. ...Virtuos und mit brillanter und sensibler Beherrschung gegenläufiger Melodien lotete Waldner die klanglichen und spielerischen Möglichkeiten der Orgel aus. Er sollte die Orgel im Laufe des Abends immer wieder, kontrastierend zu den Solo-Passagen von Rolf Lislevand zum Klingen bringen... Die Programmteile von Rolf Lislevand, vorgetragen auf Barockgitarre und Theorbe, waren "gegenwärtig", vital und dabei noch höchst komplex. Die Virtuosität von Lislevand wurde dabei niemals ostentativ zur Schau gestellt. Er versteht die Beschaffenheit der Stücke, die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten seiner gespielten Instrumente und wagt es dabei, sich mögliche Freiheiten herauszunehmen und mit diesen zugleich mutig als auch demütig umzugehen....Die musikalische Persönlichkeit, die Rolf Lislevand in seine Interpretation einbrachte, erweckte diese zu neuem Leben und rührte manchen Konzertbesucher zu Tränen. Wenn großartige Kompositionen auf eine gelungene Gesamt-Konzeption auf die pure Präsenz der schwer fassbaren Musikalität eines Rolf Lislevand treffen, dann ist deutlich, dass man einem einzigartigen, schwer zu wiederholenden Abend beiwohnen durfte.

www.alpenfeuilleton.at - Markus Stegmayr 25.5.2016

 

ORGELSTADT INNSBRUCK
Historische Orgeln in der Tiroler Landeshauptstadt
Stefan Duschl - Carillon am Dom
Kurt Estermann, Reinhard Jaud & Peter Waldner - Orgeln

Samstag, 21. Mai 2016

Orgelspiel und Glockenklang

Verdienstvoll war die Idee des Konzertveranstalters "Innsbrucker Abendmusik", am Samstag Nachmittag eine "Orgelwanderung" mit Konzerten an den historischen Orgeln der Stadt durchzuführen....
Drei Tiroler Organisten präsentierten einer zahlreichen Wanderschar der "Innsbrucker Abendmusik" die Orgeln (im Dom St. Jakob, in der Hofkirche - Ebert-Orgel und Orgel in der Silbernen Kapelle- , in der St. Georg Kapelle, der Basilika und der Stiftskirche Wilten) sachkundig und durch künstlerische Darbietungen.
Da man gemeinsam von Kirche zu Kirche wanderte, ergaben sich Nähe und vertrautes Gespräch. Man konnte den Künstlern Fragen stellen und ihnen auf die Finger blicken.
Während Jaud und Waldner Stücke der Renaissance und des Barock ausgewählt hatten, präsentierte Estermann eine Uraufführung: sein neunteiliges, nach den Planteten unseres Sonnensystems benanntes "Planetarium Oenipontanum", ein in vieler Hinsicht originelles, fantasiereiches Werk.
Zu Beginn des inspirierenden Nachmittags bespielte der Münchner Stefan Duschl das Carillon im Innsbrucker Dom St. Jakob - übrigens das größte Glockenspiel Österreichs.

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer 23.5.2016

 

JABOB STAINER & DIE MUSIK SEINER ZEIT
Barockvioline und Cembalo im Dialog
Petra Müllejans - Barockvioline
Peter Waldner - Cembalo
Dienstag, 23. Februar 2016


Barocke Klangverführung der Marke Stainer

Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum besitzt acht Instrumente des Absamer Geigenbauers Jacob Stainer. Eine Geige davon erklang am Dienstagabend im Rahmen der Konzertreihe Abendmusik im Collegium Canisianum. Gespielt wurde die holde Kostbarkeit von Petra Müllejans, der Konzertmeisterin des Freiburger Barockorchesters.

Mit Peter Waldner, dem künstlerischen Leiter der Konzertreihe am Cembalo, interpretierte Müllejans drei der insgesamt sechs Sonaten für Violine und obligates Cembalo von Johann Sebastian Bach, dessen Chaconne in d-moll für Violine solo BWV 1004 sowie Werke der zu Stainers Zeiten am Innsbrucker Hof tätigen Komponisten Giovanni Buonaventura Viviani und Giovanni Antonio Pandolfi-Mealli.

Ein Instrument verliert bekanntlich seine Seele, wenn es nicht gespielt wird. Müllejans brachte sie zum Schwingen, die Seele dieses Klangwunders, und mit ihr die Seelen der Zuhörer. Müllejans  ist eine dieser wunderbaren Barockgeigerinnen, die mit vorbildlicher Artikulation und Phrasierung, mit schlankem und doch gehaltvollem Ton genau den Puls dieser Musik trifft. Pures Faible für das Brillante – mitnichten. Bei allen individuellen Freiheiten des Gestaltens bleibt die barocke Motorik als wichtiges Gerüst unangetastet. Der vitale Drive wunderbar abgestimmt mit den verhaltenen Moll-Färbungen mischte sich exzellent mit der Klangfarben-Palette des in jeder Beziehung detailgetreuen Cembalospiels von Peter Waldner. Bachs Chaconne in d-moll, bestechend ausgelotet im Detail, und die Stainer-Geige entpuppte sich als Klang-Verführung pur! Die Sonaten von Giovanni Buonaventura Viviani (Sonata prima) und Giovanni Antonio Pandolfi-Mealli (La Cesta), virtuos angelegt und definitiv kein Barock der Kategorie „Easy listening“, erklangen packend realisiert.

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser 25.2.2016

 

Jacob Stainers klingende Welten

 Unter dem Motto „Jacob Stainer und seine Zeit“ musizierten Petra Müllejans (Violine) und Peter Waldner (Cembalo) am Dienstag Abend im Canisianum in einem Konzert der Reihe „Innsbrucker Abendmusik“. Müllejans spielte auf einer Stainer-Geige, auf dem Programm standen Werke von Bach, Viviani und Pandolfi-Mealli.

Johann Sebastian Bach war stolzer Besitzer einer Violine des Absamer Geigenbauers Jakob Stainer (1619–1683), der heute noch wegen seiner qualitativ hochstehenden Instrumente weltweit, ähnlich wie Stradivari, einen klingenden Namen besitzt. Das Instrument von 1658, auf dem Petra Müllejans, u.a. Konzertmeisterin des „Freiburger Barockorchesters“, spielte, gehört dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und stammt aus dem Besitz von niemand Geringerem als Antonio Diabelli. Bachs Sonaten für Violine und Cembalo in A-Dur (BWV 1015), c-Moll (BWV 1017) und G-Dur (BWV 1019) sowie seine Chaconne in d-Moll aus der Partita BWV 1004 für Violine solo bildeten den Schwerpunkt des Abends. Je eine „Sonata“ von Viviani und Pandolfi-Mealli, wunderbar sprudelnde, fantasievolle Musik des italienischen Barock, boten erfrischenden Kontrast zum genialen Strukturalismus der Bach’schen Werke. Petra Müllejans hatte sich mehrere Wochen mit dem selten gespielten Instrument, dessen Ton sehr weich, fast nasal klingt, beschäftigt und vermochte ihm ein großes Spektrum an klanglichen Facetten zu entlocken. Bekannt für ihren „narrativen“ Stil auf der Grundlage großartiger Technik, gestaltete sie ihre Interpretationen wie Erzählungen. Besonders schön gelang ihr dies bei der Wiedergabe der Chaconne, in der Bach aus einer einzigen Idee eine Fülle von Varianten und Variationen erblühen ließ – bei Müllejans ein spannendes Epos. Peter Waldner am Cembalo erwies sich als kongenialer „Mitredner“, der durch sein klug gestaltetes und musikalisch packendes, auch pointiertes Spiel der Solistin und ihrem historischen Instrument zu voller Geltung verhalf. Sehr gelungen auch sein solistischer Beitrag in der G-Dur-Sonate.

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer 25.2.2016

 

 Alte Meister - Was wir von Johann Sebastian Bach & Co. lernen könnten

Vorausgeschickt: Der Abend mit Peter Waldner und Petra Mülllejans war eine Offenbarung. Die Musik war an diesem Abend besonders lebendig, gegenwärtig und intensiv. Peter Waldner hatte das Bachsche Universum verinnerlicht und ließ sich von den klanglichen und spielerischen Freiheiten und Extravaganzen von Petra Müllejans erst recht befeuern, „seinen“ Bach noch präziser und leidenschaftlicher in Szene zu setzen. Vor allem auch die Chaconne in d-Moll für Violine solo geriet zum Triumph. Im zweiten Teil des Abends konnte Peter Waldner wiederum mit einem Allegro für Cembalo solo glänzen.

Vor dem Konzert konnte man in den gewohnt präzisen und substantiellen Texten von Franz Gratl schmökern, der im Begleitheft zum Konzert gelehrt über den Geigenbauer Jacob Stainer und die Zeit von Johann Sebastian Bach schreibt. Das kulturelle Wissen eines sehr großen Teiles der anwesenden Gäste wurde damit bestätigt und unter Umständen auch um die ein oder andere Facette bereichert.

Nach der Lektüre weiß man mehr über die Echtheit der Stainer-Geige, die später in den Händen von Petra Müllejans erstaunlich, wendig und zugleich historisch als auch heutig zum Klingen gebracht wird. Man erfährt ebenfalls viel über die geschickte Konstruktion und den außergewöhnliche Aufbau so mancher Bach-Sonate.

www.alpenfeuilleton.at - Markus Stegmayr

 

DER KAISER, DER MUSIK LIEBTE
Maximilian I. und die Musik an seinem Hof
Familienkonzert für Kinder ab 6 Jahren
Verena Wolf & Peter Waldner
Freitag, 29. Jänner 2016

Warum man seinem Kind solche Konzerte antun sollte

In einer Stunde im ORF Landesstudio wurde deutlich, was es im Heute gibt, damals aber noch nicht gab. In den Zeiten von Kaiser Maximilian I. existierten noch nicht einmal Klaviere, geschweige denn elektrisches Licht. Dass es keine Barbies gab, war hingegen den meisten der anwesenden Kinder klar. Mit großem Einfühlvermögen führte die Erzählerin Verena Wolf durch diese komplexen Fragen und schaffte es zusammen mit Peter Waldner am polygonalen Spinett deutlich zu machen, was die Musik der frühen Renaissance von der vorangegangenen mittelalterlichen Musik unterschied.
Darüber hinaus wurde kindgerecht erklärt, welche Tänzer und welche Tänze am "Goldenen Dachl" in Innsbruck abgebildet sind. Dass sich selbst Peter Waldner dazu aufschwang mit Schnabelschuhen und Mütze gemeinsam mit den Kindern diese Tänze vorzutragen, machte das alles zweifellos noch greifbarer und gegenwärtiger.
Darum liebe Eltern. Ihr solltet euren Kindern solche Konzerte "antun". Wissen kann nämlich auch auf spielerische Art vermittelt werden. Das gelang der "Innsbrucker Abendmusik" an diesem Nachmittag ganz vortrefflich.

www.alpenfeuilleton.at - Markus Stegmayr

 

ICH SÜNGE GERNE HÜBSCHE SANG
Weltliche Musik des Mittelalters aus Tirol
Ensemble Unicorn
Samstag, 10. Oktober 2015

Aus ferner Zeit und doch so nah
Weltliche und geistliche Musik aus dem mittelalterlichen Tirol

Zwei Konzerte, die eine enge Zusammenarbeit der Veranstalter in Sachen Alte Musik demonstrierten, führten am Wochenende zur "Innsbrucker Abendmusik" ins Caninianum und zur Reihe "musikmuseum" in die Pfarrkirche St. Nikolaus. Besondere Beachtung galt der Fokussierung auf mittelalterliche Musik aus Tirol, dem unterschiedlichen Ansatz der Ensembles Unicorn und Peregrina sowie dem Umstand, dass die Programme für diese Konzerte erarbeitet worden sind.

Er (Marc Lewon) hatte am Vorabend auch in Michael Poschs Ensemble Unicorn mitgewirkt, einspringend mit dabei der Tiroler Percussionist Tobias Steinberger. Dieselbe Zeit, eine andere Welt: Da waren die Besten der Minnesänger mit ihren Künsten vereint, wie sie im Tiroler Raum auftraten, Damen huldigten, die Liebe pflegte, Politik betrieben, ihr Leben verteidigten - Lyriker von Rang wie Walther von der Vogelweide, Oswald von Wolkenstein, dem der Schwerpunkt des Programmes gehörte, Friedrich von Sonnenburg, Hugo von Monfort, Heinrich von Meissen, Neidhart von Reuenthal und andere mehr. Unicorn holte sie zur Erbauung eines heutigen Publikums ganz nah heran, in ihrer Poesie, ihrer Selbstironie (wie das autobiografische Lied Oswalds) und den ersten Ausprägungen von rezitativischem Gesang, Funeral, Melodram und Tenorlied.

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal 13.10.2015

 

EIN FEUERWERK DER FANTASIE
Orchesterfreuden des Barock
Concerto Stella Matutina
Alfredo Bernardini - Barockoboe & Leitung
Samstag, 20. Juni 2015

"Innsbrucker Abendmusik": Überzeugendster Garant für die Pflege Alter Musik
Furien und andere Traumgestalten

Um Nacht, Träume, Schlaf und wilde Furien, die letzteren vertreiben, drehte sich das Konzert des Barockorchesters „Concerto Stella Matutina" zum Finale der diesjährigen „Innsbrucker Abendmusik"-Saison. Unter der Leitung des Oboisten Alfredo Bernardini begeisterte das Vorarlberger Ensemble am Samstag Abend im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg.

Einen effektvolleren Saisonausklang hätte sich der Verein „Innsbrucker Abendmusik", derzeit wohl der überzeugendste, weil bestens geführte Garant für die Pflege der Alten Musik in Tirol, nicht wünschen können. Mit dem 2005 in Feldkirch gegründeten Barockorchester „Concerto Stella Matutina" lud man erneut ein Klangkörper nach Innsbruck, in dem vorwiegend heimische Kräfte Alte Musik in Spitzenqualität vortragen. Je nach Größe musiziert das Ensemble mit oder ohne Dirigenten.

Besonders vorbildlich: Projektweise werden interessante Künstler als Leiter engagiert, um vielfältigen musikalischen Einflüssen Raum zu geben. Mit dem Barockoboisten Alfredo Bernardini, einer internationalen Koryphäe der Alten Musik, erarbeitete man das Programm „Süße Träume". Bernardini leitet (das übrigens aus akustischen Gründen sehr klug aufgestellte) Ensemble mit äußerster Prägnanz und brillantem Können. Seine Oboe führt er weich, virtuos, perlend und triumphierend. Seine herausragende Musikalität, die er etwa in A. Marcellos d-Moll-Oboenkonzert entfaltet, überträgt sich auf die präzise und vitale Streichergruppe und eine wahrlich „groovige", quirlige Basso Continuo-Gruppe. In Stücken wie G. Muffats „Dulce Somnium" (Süßer Schlaf) oder J. C. F. Fischers „Frühlingstagebuch" sorgen Trompeten, Oboe und Fagott für strahlende Lichter. In J. J. Fux' „Annehmlichkeiten und Bitterkeit der Nacht" hört man den Kontrabass „schnarchen", Pachelbels traumhaften „Kanon" führt man in ein tänzerisches Finale und H. Purcells Furientanz inszeniert man spielerisch im Saal mit maskierten Darstellern – wahrlich spektakulär!

Kronenzeitung - Thomas Nußbaumer, 23.6.2015

 

MEDITERRANEUM
Vom Traum eines Schwimmers
Ensemble Oni Wytars (Marco Ambrosini - Leitung)
Freitag, 20. Februar 2015

Lebenslust rund ums Mittelmeer

Oni Wytars war wieder da, das fabelhafte Ensemble mit Musik zwischen Orient und Okzident, Zeiten und Stilen. Gegründet von dem Innsbrucker Peter Rabanser und Marco Ambrosini vor 31 Jahren in der Innsbrucker Schillerstraße.

Ins Vierundeinzig kamen auf Einladung der Abendmusik-Reihe für das Programm „Mediterraneum" nun noch der Blockflötist Michael Posch, Riccardo Delfino an der Harfe, Katharina Dustmann, Fachfrau für mediterrane und orientalische Perkussion, sowie die Vokalistinnen Gabriella Aiello und Belinda Sykes. Da sprühten aus der Basis von Wissen und Disziplin interpretatorische Funken und die Urkräfte der traditionellen Musik. Auf teils ethnischem Instrumentarium amalgamierten sie Musik aus dem 13. bis 15. Jahrhundert aus den Ländern, die das Mittelmeer als ihren Weltmittelpunkt begriffen

Gesänge und Tänze aus Thrakien, Anatolien, Marokko, der Türkei, Neapel, Katalonien und wo man sonst noch rund ums Mittelmeer anlegen konnte, Musik zwischen Spiritualität und Lebenslust in vielen Formen und Farben. Vokal von süditalienischen Gesangsformen, wie sie Gabriella Aiello unvergleichlich beherrscht, und dem so genannten Weißen Gesang bis zum versunkenen sephardischen Sehnsuchtsklang, beides Domänen der Britin Belinda Sykes.

Dazwischen eine „Follia", Hinweis auch auf die neue CD von Oni Wytars. Und verrückt, wie nahe an diesem Abend Parallelen zur europäischen Alten Musik, zu unserer traditionellen Volksmusik und zum Jazz lagen.

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal, 22.2.2015

 

NACHT UND TRÄUME
Eine Spurensuche im Liedschaffen Franz Schuberts & Robert Schumanns
Daniel Johannsen - Tenor
Peter Waldner - Hammerflügel
Mittwoch, 26. November 2014

Zarte Traumbilder der Nacht
Daniel Johannsen und Peter Waldner träumten mit Schubert und Schumann

Wer sich auf „Spurensuche im Liedschaffen Franz Schubert & Robert Schumanns“ begibt, wird überreicht fündig, wandelt er doch durch Zentralbegriffe der Romantik. Mit Schuberts „Nacht und Träume“, einer schwebenden Hymne an die Stille, zu eröffnen, ist mutig, bedeutet doch Schubert immer die Stunde der Wahrheit, und hier ganz besonders.

Tenor Daniel Johannsen – 2013 beim Osterfestival ein herausragender Bach’scher Evangelist – ist ein wunderbarer Liedsänger geworden, der es in der Abendmusik-Reihe im Canisianum mit seiner Sensibilität und Gedankenkraft schaffte, die Traumstimmung in den zahlreichen Schattierungen der Liedauswahl fortzuspinnen.

Jedes Lied eine Kostbarkeit, von Schubert u.a. das seltene „Das war ich“ und „Grablied für die Mutter“, das bekannte „Zügenglöcklein“ und „Im Freien“, von Schumann u.a. „Schöne Fremde“, „Trost im Gesang“ und Heine-Vertonungen. Johannsens subtile, empfindungsreiche Klang- und Vokalformung ging über in seine Rezitation von Schubert- und Schumann-Texten. Peter Waldner entlockte dem Hammerflügel in den pianistischen Passagen sowie mit Solostücken der beiden Komponisten zartestes Valeurs und beredte Klangmalerei.

Tiroler Tageszeitung – Ursula Strohal, 28.11.2014

 

Von Träumen und Sehnsüchten
Tenor Daniel Johannsen & Peter Waldner am Hammerflügel bei „Abendmusik“

Dem Thema „Nacht und Träume“ im Liedschaffen Franz Schuberts und Robert Schumanns widmeten sich am Mittwoch Abend im Innsbrucker Canisianum der Tenor Daniel Johannsen und Peter Waldner am Hammerflügel. Es war ein fabelhaft schöner Liederabend in der Reihe „Innsbrucker Abendmusik“!

Johannsen faszinierte von Beginn an. Seine Stimme ist weich und wendig, unglaublich nuanciert im Piano und dann auch bestechend dramatisch. Das Programm war anspruchsvoll und tiefgründig. Schubert-Lieder wie „Nacht und Träume“, „Die Sterne“, „Der Wanderer an den Mond“, „Frühlingstraum“ und Schumann-Lieder wie „Schöne Fremde“, „Lotosblume“, „Ich hab im Traum geweinet“ behandeln Kernthemen der Romantik: Nacht, Liebe, Traum und immer wieder Sehnsucht.

Johannsen mit äußerst ausbalancierter Gestaltung, auch als Rezitator von Schubert- und Schumann-Prosa, ließ keine Wünsche offen, und desgleichen der zu Hochform auflaufende Peter Waldner, der künstlerische Leiter der „Innsbrucker Abendmusik“.

Beeindruckend, welche Klangnuancen, ob als Begleiter oder solistisch, er dem historischen Instrument zu entlocken wusste.

Kronenzeitung – Thomas Nussbaumer, 28.11.2014


und
www.alpenfeuilleton.at/2014/11/innsbrucker-abendmusik-ueber-nacht-und-traeume

 

EIN BAROCKER TAGTRAUM - Johann Sebastian Bach Geistliche Kantaten
Il Gardellino
Caroline Weynants - Sopran
Lieven Termont - Bassabariton
Marcel Ponseele - Barockoboe & Oboe d'amore
Peter Waldner - Orgel & Orgelpositiv
Sonntag, 5. Oktober 2014

 Liebessehnen der reinen Seelen

Mit der Orgelfantasie „Komm heiliger Geist, Herre Gott" und zwei herrlichen geistlichen Dialog-Kantaten von Johann Sebastian Bach ist am Sonntag die Konzertreihe „Innsbrucker Abendmusik" in der Pfarrkirche St. Nikolaus eröffnet worden.

Bachs Musik in den Kantaten „Liebster Jesu, mein Verlangen" (BWV 32) und „Ich geh und suche mit Verlangen" (BWV 49) ist in Melodieverlauf, Bewegung und Klangcharakter erfüllt von Liebessehnen. Doch wenn auch die Textvorlage erfüllt ist von erotischen Sinnbildern – die Dialogpartner sind Jesus und die gläubige Seele. In der Kantate Nr. 32 wird der eröffnende Sopran in seiner Innigkeit von ausschwingenden Oboenmelodien sekundiert, die Bassarie in lebhafter Figuration von der obligaten Violine. Die Sopran-Arie „Ich bin herrlich, ich bin schön" in Nr. 32 wird ebenso verführerisch von der Oboe d'amore und einem Violoncello piccolo umspielt, während im wundersamen Schlusssatz die Seele einen Choral singt, Jesus die Choralsubstanz simultan aber ganz konträr gestaltet.

Das solistisch besetzte Streicherensemble Il Gardellino unter der Leitung des fabelhaften Barockoboisten Marcel Ponselle und Peter Waldner am Orgelpositiv, dem Bach muntere konzertierende Aufgaben schenkt, erfüllte wie die Solisten Caoline Weynants und Lieven Termont die Kantaten mit transparenter Wärme, Fröhlichkeit, Zuwendung. Umklammert von Bach erklangen noch Antonio Vivaldis Sinfonia „Al santo sepolcro" in ihrer extrovertiert schmerzlichen h-Moll-Gedrücktheit, Tomaso Albinonis Oboenkonzert op. 9 Nr. 2 in Ponseeles Stimmungsreichtum und das B-Dur-Konzert für Orgel, Oboe und Streicher von Georg Friedrich Händel. Da ließ Waldner, eingangs souverän an der großen Orgel, am Positiv doch auch die Schwierigkeiten seines Parts mithören.

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal, 7.10.2014

 

DOLCE ARMONIA - Von der himmlischen Liebe
Giovanni Buonaventura Viviani: Geistliche Motetten (Erstaufführung in neuerer Zeit) und Instrumentalwerke
Ensemble vita & anima
Sonntag, 22. Juni 2014

Viviani – Eine Entdeckung
Wer war Giovanni Buonaventura Viviani?

Nach dem letzten Saisonkonzert der „Innsbrucker Abendmusik" am Sonntagabend in der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf gibt es eine musikalische Entdeckung mehr.

Viviani (1638–1692) war zunächst Geiger der fabelhaften Innsbrucker Hofmusik unter Erzherzog Ferdinand Karl, die damals Stars wie Antonio Cesti beschäftigte. Nach dem Tod des Erzherzogs 1662 zunächst wieder in Italien, kehrte er als Hofkapellmeister nach Innsbruck zurück, verließ aber die mittlerweile abgewirtschaftete Kapelle bald wieder in Richtung Italien, wo er, angestellt in Pistoia, zu den angesehensten Musikern seiner Zeit zählte. Umso erstaunlicher, dass seine „Salmi, Motetti e Litanie" op. 5 (1688) bis heute weder neu aufgelegt noch je eingespielt wurden.

Franz Gratl, Musikkustos der Tiroler Landesmuseen, hat nun mit Studierenden des Innsbrucker Mozarteum-Lehrganges für Alte Musik die in Pistoia ausgegrabenen Stimmbücher spartiert und war - wie Peter Waldner, künstlerischer Leiter der „Innsbrucker Abendmusik" - von der herausragenden Qualität dieser Motetten begeistert. Denn Viviani war ein Meister der Wortausdeutung und dramatischen Darstellung von Affekten. Gefühl für Form, Ausgewogenheit und raffinierte Eleganz zeichnen auch seine instrumentalen „Capricci armonici" aus.

Vivianis Musik liegt beim Ensemble „vita & anima" (Gottfried von der Goltz & Amandine Bernhardt - Violinen, Annekatrin Beller - Barockcello, Andreas Arend - Theorbe, Peter Waldner - Orgelpositiv) in besten Händen, auch im Hinblick auf die bevorstehende CD-Einspielung in der Reihe „musikmuseum", denn das Ensemble musiziert inspiriert und präzise. Großartig auch die Sopranistinnen Maria Erlacher und Nele Gramß sowie Markus Flaig (Bassbariton). Sie setzen ihre durchwegs hochvirtuosen Partien mit einer Art von Bravour um, die internationale Klasse verrät.

Kronenzeitung - Thomas Nußbaumer, 24. Juni 2014

 

BAROCK & SINNENFROH
Ein Klangfest zum 25-jährigen Jubiläum von Peter Waldner als Organist der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf und als künstlerischer Leiter unserer Konzertreihe
Peter Waldner - Orgel & Orgelpositiv
Ensemble vita & anima
Sonntag, 4. Mai 2014

Sinnenfroh und barock gefeiert
Mit einem barocken Klangfest wurde am Sonntag Peter Waldners Jubiläum gefeiert: Seit 25 Jahren (1988) ist er Organist an der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf und künstlerischer Leiter der Konzertreihe "Abendmusic-Lebensmusik", seit 2013 "Innsbrucker Abendmusik". Waldner war 22 Jahre alt, als er sein Amt in Mariahilf - auch als Kirchenchorleiter - antrat, noch mitten im Studium: Klavier, Orgel und Cembalo am Tiroler Landeskonservatorium, Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Innsbruck, dazu Meisterkurse und Aufbaustudien.
Der Vinschgauer ist ein Mann der Forschung, vor allem aber der Praxis. Historische Tasteninstrumente - Orgel, Cembalo, Virginal, Spinett, Clavichord, Lautenclavier, Fortepiano - fachen seine Neugier an, treiben ihn in die Musikgeschichte. Waldner konzertiert im In- und Ausland.
"Vita & anima" nennt der Musiker sein Ensembe, in das er nach Bedarf Musiker beruft. Seine Konzertreihe mit primär Alter Musik unter wechselndem Motto war in ihrem Vierteljahrhundert Plattform Tiroler Talente und internationaler Künstler.
Viele Aspekte verbanden sich nun in Waldners Festkonzert "Barock & sinnenfroh" mit den Zinkenisten Frithjof Smith und Gebhard David, deren altgoldenes, ungemein geschmeidiges und technisch sicheres Leuchten der Zinken die Intimität der Mariahilfer Kirche mit venezianischem Raumklang erfüllte. Dazu Kaspar Singers edles Barockcello, mit Waldner am Orgelpositiv ein lebhaftes Continuo und virtuos mit einer Sonata von Domenico Gabrielli. Waldner selbst rahmte den Abend mit seinem Hausgott Johann Sebastian Bach: Voll Festesfreude Präludium und Fuge BWV 541, rahmensprengend und ergreifend, von Waldner imponierend aufgebaut und durchmessen, die unfassbare Passacaglia in c-Moll BWV 582.

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal, 6. Mai 2014

 

LEISE FLEHEN MEINE LIEDER
Vokalensemble The Sound and the Fury
Peter Waldner - Hammerflügel
Sonntag, 9. März 2014

Franz Schubert und die Liebe
Umjubelte "Schubertiade" der "Innsbrucker Abendmusik"
Franz Schuberts "schönsten Liebesliedern" galt das Konzert der Reihe "Innsbrucker Abendmusik", das am Sonntag Abend im Innsbrucker Collegium Canisianum stattfand. Das Vokalensemble "The Sound and the Fury" und Peter Waldner am Hammerflügel boten dem Publikum eine ansprechende "Schubertiade".
Die Tradition der Schubertiaden geht auf den Komponisten selbst zurück und bezeichnet somit seine künstlerisch-geselligen Abende, an denen er im Freundeskreis seine neuesten Kompositionen ausprobierte. Auf dem Programm der "Schubertiade" im Canisianum standen ausgewählte Liebeslieder des Meisters, sowohl solistische als auch Männerquartette. Das Vokalensemble "The Sound and the Fury", für seinen außerordentlich sensiblen und klangschönen Vortragsstil gerühmt, wurde seinem ausgezeichneten Ruf gerecht, wenngleich der Ensemblegründer Thomas E. Bauer krankheitsbedingt fehlte und kurzfristig durch den Bariton Gerhard Hölzle ersetzt wurde. Hölzle fügte sich zwar perfekt in den homogenen Klang des Ensembles ein, konnte als Solist aber keineswegs punkten. Dies fiel jedoch in Anbetracht des delikaten Vortrages von Männerquartetten bzw. Chorstücken wie "Geist der Liebe", "Der Entfernten" oder der "Vier Gesänge" (D.983) kaum ins Gewicht. Mit Peter Waldner am Hammerflügel - einem Instrument des Oberndorfer Klavierbauers Robert A. Brown nach einer Vorlage aus der Zeit um 1815 - hatte das Vokalensemble einen einfühlsamen, kompetenten Begleiter, der solistisch, insbesondere mit den acht Walzern in C-Dur (D. 779), auch die klanglichen Möglichkeiten des sechspedaligen Pianoforte auslotete. Die Sänger, verstärkt durch Kristine Jaunalksne (Mezzosopran), die mit edler Stimme im "Gretchen am Spinnrade" oder im "Ständchen" auftrumpfte, überzeugten auch solistisch: der legendäre "King's Singer" Colin Mason als profunder, herzerwärmender Bass, Klaus Wenk als Tenor mit weichem Timbre und David Erler als gewandter Altus.

Kronenzeitung, Thomas Nussbaumer, 12. März 2014

 

IN DULCI JUBILO
Concerto Stella Matutina
Vorkonzert: Studierende des Lehrgangs Alte Musik am Mozarteum
Freitag, 13. Dezember 2013

Musik für Gott und die Welt
Festlich, ergreifend, bewegend, aber auch tanzbar unterhaltsam, war die für Gott und die Welt gedachte Musik, die im Rahmen der Konzertreihe Innsbrucker Abendmusik am Freitag, vom Vorarlberger Ensemble Concerto Stella Matutina interpretiert, im Collegium Canisianum erklang. Geschaffen wurden die Werke, eine Auswahl weihnachtlicher Suiten, von Romanus Weichlein, Alessandro Poglietti, Philipp Jakob Rittler, Johannes Heinrich Schmelzer, Pavel Josef Vejvanovsky und Heinrich Ignaz Franz Biber. Was die Komponisten verband, war ihre Tätigkeiut für die Kapelle am Hof zu Kremsier. Da galt es, Gott, dem Fürsten und seinen Lustbarkeiten gerecht zu werden. Für den gottgefälligen feierlichen Ton stand der Einsatz von Trompeten, für den unterhaltsam tanzbaren Duktus der Werke der volksmusikalische Anklang.
Was vielleicht den Verdacht der Beliebigkeit erweckt, adelt echte Könnerschaft zur Kunstmusik. Die Mittel der Zeit ausschöpfend, harmoniesüchtig emotionsregende Qualitäten von Dur und Moll auslotend, den Kontrapunkt strategisch eingesetzt, dürften die Werke zweifellos mehr als ihren Zweck erfüllt haben. Gefallen, über das bloß Gefällige hinaus, tun sie, in solch packend zugreifender Manier wie vom Concerto Stella Matutina dargeboten, auch heute noch. .... Hand aufs Herz: Weihnachtliche Musik, bei der man nicht ständig geneigt ist, mitzusingen, hat den Reiz des Entdeckens.

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser, 16. Dezember 2013

 

COME AGAIN, SWEET LOVE
Franz Vitzthum - Countertenor & Gambenconsort Concerto di Viole
Vorkonzert: Gambenconsort der Musikschule Innsbruck
Sonntag, 24. November 2013

Die zarte Stimme Weltschmerz
Die Melancholie des John Dowland, ob in Klang gegossene Unglückseligkeit, dunkel verschlossen oder zart ironisch, hat sich in 400 Jahren und über alle Moden hinweg nicht verbraucht und findet in unserer reflektorischen Tristesse, unserem zelebrierten Weltschmerz Seelenverwandtschaft. Seine Lieder in  Verschmelzung mit der Gambenfamilie zu hören, ist reiner Luxus und war am Sonntag im Canisianum als Innsbrucker Abendmusik zu erleben.
Das vierköpfige Concerto di Viole bot in höchster Perfektion mit Musik aus Dowlands Zeit um 1600 von Ward, Gibbons, Ferrabosco u.a. ein Klangerlebnis seltener Intensität und Schönheit. Franz Vitzthum nahm mit der Klarheit und Reinheit seines Countertenors den Stimmungsreichtum Dowlands, aber auch in Liedern von William Byrd und John Bennet auf - mit dem Consort in klangsinnlicher und poesietrunkener Einheit.
Passend, doch nicht leicht für das achtköpfige Gambenconsort unter der teils führenden, teils unterstützenden Lehrerin Eva Fürtinger, diesem Ensemble voranzugehen. Es gelang hinsichtlich der überaus heiklen Intonation und Ausgewogenheit der Stimmen sehr achtbar mit Musik von Praetorius, Hofhaimer, Schein und Isaak. Dass die Innsbrucker Musikschule seit 2011 eine Gambenklasse hat, ist bemerkenswert und bei deren ernsthafter Arbeit wert, in der Abendmusiik-Reihe ein Vorkonzert zu bestreiten.

Tiroler Tageszeitung, Ursula Strohal, 26. November 2013

 

IM LIEBESTAUMEL
L'Orfeo Barockorchester & Dorothee Mields - Sopran
Montag, 7. Oktober 2013

Wilde, edle Herzensmusik: Ein beeindruckendes Konzert mit Werken von Georg Philipp Telemann, André-Ernest-Modeste Grétry und Jean-Philippe Rameau gab das L'Orfeo Barockorchester mit der Sopranistin Dorothee Mields am Montag
Abend im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg.

Komplimente an die Ensembleleiterin Michi Gaigg für die Programmzusammenstellung, die dem Motto "Im Liebestaumel" folgte, aber mit "Nationalmusik" umrahmt war! Da ließ sie mit Telemann und dessen "Les Nations" der Reihe nach wunderliche Typen auftanzen: die Türken mit effektvoller Rhythmik und schräger Melodik, die Schweizer in einer Mischung aus Behäbigkeit und Entschlossenheit, die leidenschaftlichen Moskowiter und schwermütigen Portogiesen - und hinten nach die hinkenden und laufenden Rösser.....
Das L'Orfeo Barockorchester unter der Leitung von Michi Gaigg an der Violine musizierte engagiert und - sofern es die wegen ihres Nachhalls problematische Akustik des Riesensaals zuließ - präzise. Schön mischen sich Oboen, Flöten, Naturhörner und Fagott in den Streicherklang, getragen vom dann und wann aufrauschenden Cembalo.
Im Zentrum dieses wahrlich reichhaltigen Konzerts in der Reihe Innsbrucker Abendmusik stand Dorothee Mields und eroberte mit ihrem warm timbrierten Sopran, ausdrucksstark und nuanciert die Herzen.

Kronenzeitung, Thomas Nussbaumer, 9. Oktober 2013

 

Indianer und Türken im Riesensaal
Mit dem ihm eigenen Drive und Elan präsentierte Michi Gaigg's L'Orfeo Barockorchester auf Einladung der Innsbrucker Abendmusik am Montag im Riesensaal der Hofburg ein feines, seltenes, auch amüsantes Barockprogramm der Komponisten Georg Philipp Telemann, André-Ernest-Modeste Grétry und Jean-Philippe Rameau. Da ließen sie, ethnisch inspiriert, Türken, Russen, Portugiesen, Perser, Indianer und Schweizer durch den imperialen Saal marschieren....Der Originalität und - zeitlich gesehen - Novität von Telemanns Ouvertüre "Les Nations" und Teilen aus Rameaus "Les Indes galantes" standen Ausschnitte aus Grétrys Opern "Le Huron" und "Zémire et Azor" gegenüber, veredelt vom zauberhaften Timbre und der duftigen Interpretation von Dorothee Mields. Das Orchester zeigte reizvolle Klangmischungen und stürmisches Temperament...

Tiroler Tageszeitung, Ursula Strohal, 9. Oktober 2013

 

DIE GÖTTER GRIECHENLANDS
Markus Flaig - Bassbariton / Peter Waldner - Hammerflügel
19. April 2013

Franz Schuberts Vertonungen von Texten griechisch-mythologischen Inhalts standen im Zentrum eines gelungenen Liederabends am Donnerstag im Innsbrucker Canisianum, den Markus Flaig (Bassbariton) und Peter Waldner (Hammerflügel) in der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" gestalteten.

Schubert-Lieder wie "Die Götter Griechenlands", "Ganymed" oder "Der zürnenden Diana" liegen außerhalb des üblichen Konzertrepertoires. Umso verdienstvoller war es, zehn dieser Lieder nach Texten von Goethe, Schiller und dem Schubert-Freund Baptist Mayrhofer in den Mittelpunkt zu stellen, denn abgesehen von der Musik sind auch die Inhalte spannend.
Da stellt Zeus dem schönen trojanischen Königssohn Ganymed nach, beobachtet der Jäger Actaeon unerlaubterweise die schöne Diana im Bad, und Orest erleidet Höllenqualen, weil er seine grausame Mutter Klytemnästra zum Hades beförderte. Der deutsche Bassbaritonsänger Markus Flaig kann diese Geschichten  großartig "erzählen", auswendig, was allein schon in Anbetracht der langen Texte eine große Leistung ist, und musikalisch bestechend, mit feiner, bruchloser, in allen Lagen aber stets voluminöser Stimme. Peter Waldner begleitete ihn auf einem Hammerflügel aus der Werkstatt des genialen historischen Klavierbauers Robert Brown, einem Nachbau von 1815. Kongenial auf den Sänger eingehend musizierte er akzentuiert, inspirierend und die klanglichen Modulationen des mit Zusatzpedalen ausgestatteten Instruments souverän nützend. Zur Mitte des Konzerts erläuterte der Musikwissenschaftler Franz Gratl (Ferdinandeum) in einem brillanten Kurzvortrag die Rezeption der Mythologie in Schuberts Liedschaffen und ging insbesondere auf Schuberts Freund Mayrhofer ein, dessen Leben so tragisch endete.

Kronenzeitung, Thomas Nussbaumer, 21. April 2013

 

MARS & VENUS
Ensemble Arte Musica
20. Februar 2013

Musikalität mit italienischem Esprit
Ensemble Arte Musica in der Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik
Mit Musik von Claudio Monteverdi, Girolamo Frescobaldi und Dario Castello, musikalisch und lebensfroh dargeboten, erwärmte das italienische "Ensemble Arte Musica" am Mittwoch Abend im Innsbrucker Canisianum die Herzen des Publikums.... Besetzt mit Prisca Amori, Giorgio Sasso (Violinen), Rebecca Ferri (Barockcello) und Francesco Cera am Cembalo sowie Lucia Napoli (Sopran), Vincenzo Di Donato und Luca Cervoni (Tenöre) entwickelt das Ensemble Arte Musica eine prächtige, barocke Klangfülle. Nichtsdestotrotz ist der Ensembleklang ausgewogen, gut ausbalanciert und transparent. Man hört jede melodische Linie, kann jeden musikalischen Gedanken mitverfolgen, erfreut sich an den kleinen Strukturen ebenso wie an den großen Zusammenhängen. Die MusikerInnen begeistern zudem durch ihre lebensfrohe "italienische" Musikalität - da springt der Funke über! Zu den Höhepunkten des Abends zählte die elegante Darstellung des berühmten "Combattimento di Tancredi e Clorinda". Lucia Napoli als Clorinda verfügt über eine edle Stimme, Vincenzo Di Donato singt den Testo mit Wärme und Esprit und Luca Cervoni den Tancredi mit strahlender Brillanz. Mit diesen Qualitäten überzeugten sie auch bei Monteverdis "Zefiro torna" und "Lamento di Arianna". Ein Lob gebührt dem Geiger Giorgio Sasso für seine beseelten Soli und Francesco Cera für seine inspirierende Leitung am Cembalo.

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer, 22. Februar 2013

 

KLANGSPRACHE DER GÖTTER
ROLF LISLEVAND - Laute, Theorbe & Barockgitarre
25. Jänner 2013

Tiroler Musik belebt
Rolf Lislevand hielt für das Publikum der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" in der Universitätsaula ein Geschenk bereit: Er hatte sich für dieses Konzert mit der Annenberger Tabulatur aus dem Tiroler Landesarchiv befasst und spielte daraus Stücke aus dem italienischen und französischen Einflussbereich. Vorwiegend nur skizzenhaft notierte Tänze aus dem 17. Jahrhundert. Da war Lislevand, einer der innovativsten unter den großen Lautenisten, der Richtige. Denn er versteht es meisterhaft, Funken aus Papier, sprich Musik aus alten Noten, zu schlagen. Seine Behandlung der Tiroler Notate auf der Barockgitarre und die Improvisationen haben die - teils volkstümlichen - Werke wieder aufblühen lassen. Im Zentrum standen auf Laute und Theorbe eine Suite sowie Göttern abgelauschte Sätze der französischen Lautenisten Robert de Visée, Jacques Gallot sowie Ennemond und Denis Gaultier, wie anders als temperamentvoll, warm, sensibel und emotional unter Lislevands Händen.

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal, 27. Jänner 2013

 

MYSTERY & CRIME
Quadriga Consort
11. Jänner 2013

Schauriges beschaulich vorgebracht
Das österreichische Quadriga Consort spielt auf historischem Instrumentarium und tritt auf Festivals für Alte Musik auf, ist aber dennoch kein Alte-Musik-Ensemble, sondern eine "early music band"..... In der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" stellte das Quadriga Consort sein neues Programm vor: "Mystery & crime". Arrangeur, Leiter und Cembalist des Ensembles, Nikolaus Newerkla, hatte alte englische, schottische und irische Balladen, Songs und Tunes aufgestöbert. Die Spannweite reichte von Verbrechen bis zu übersinnlichen Schauermärchen..... Die einfachen Instrumentalstückchen und Lieder erklangen frisch musiziert. Die Musiker trugen sie mit viel Freude vor, hörten wachsam aufeinander und erfreuten mit hoher Perfektion. Das Alte-Musik-Publikum ließ sich von den unauthentischen Arrangements bestens unterhalten: viel Applaus.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 14. Jänner 2013

 

VON DER ANKUNFT DES HERRN
Les Cornets Noirs
Hans Jörg Mammel - Tenor
6. Dezember 2012

Wohlige Seelenschauer zur Ankunft des Herrn
Unter dem Eindruck des Konzertes von Les Cornets Noirs im Rahmen der Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik wäre es wahrscheinlich das Beste, bis zum Heiligen Abend nicht mehr das Haus zu verlassen. Angetreten, um weihnachtliche Vorfreude zu spenden, bereitete das Ensemble in der Besetzung Hans Jörg Mammel (Tenor), Amandine Beyer (Violine), Patrick Sepec (Violoncello), Frithjof Smith (Zink) und Johannes Strobl (Orgelpositiv) jene kontemplative Stimmung, die in der Vorweihnachtszeit zwar allgemein ersehnt, aber oft dem Kauf- und Punschrausch zum Opfer fällt. Die abwechslungsreiche Zusammenstellung von Instrumental- und Gesangsstücken der Komponisten Lodovico Grossi, Dario Castello, Andrea Falconieri, Georg Muffat, Heinrich Schütz, Johann H. Schmelzer, Christoph Bernhard, Johann Rosenmüller, Heinrich Ignaz Franz Biber und Claudio Monteverdi zeigte, dass nicht nur ganz Geniales, sondern auch gediegene Gebrauchsmusik dazu angetan ist, Emotionen zu rühren.
Angesagt war "easy listening", schlicht dezent und nie langweilig einerseits, aber auch höchst Virtuoses wie etwa die Sonata I "Maria Verkündigung" aus den Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber. Wie gekonnt, emotionell dicht und mit welcher Leichtigkeit sich Amandine Beyer der Sonate annahm, erzeugte wohligsten Seelenschauer. Hans Jörg Mammel versteht sein Metier. Glaubwürdig singt er von Freude, weiß die Beziehungen zwischen Sprache und Musik Note für Note zu vermitteln.
Dass das klug zusammengestellte Programm bei aller Intimität der Stimmung sehr sinnlich ausfiel, war natürlich auch dem Zink und dem farbigen Continuo zu danken. Weihnachten kann kommen!

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser 8. Dezember 2012

 

VOM DUNKEL ZUM LICHT - ORGELMOMENT I
Dietrich Oberdörfer - Orgel & Gesang
21. Oktober 2012

Orgelmoment mit singendem Organisten
Johann Sebastian Bach als Mittelpunkt eines Orgelkonzertes ist "ein feste Burg", die Raum lässt für Originelles. Für den ersten Orgelmoment der AbendMusic-Reihe war der Südtiroler Dietrich Oberdörfer in der Pfarrkirche Mariahilf geladen worden und schuf den Rahmen um Bachs Präludium und Fuge in h-Moll sowie drei Choralvorspielen. Die Routine dieser Interpretationen durchbrach er gekonnt mit Nikolaus Bruhns' faszinierend vielgestaltigem Großen Präludium in e-Moll und einer Eigenkomposition. Dieses Magnificat im alten Choralstil umarmen zwei Teile, in denen die Hauptstimme unter virtuose Figuration gelegt wird. Das Besondere von Oberdörfers Konzert war zudem in einer Frescobaldi-Erweiterung zu erleben: Oberdörfer ist auch Sänger und begleitet sich selbst an der großen Orgel. 

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal 23. Oktober 2102

 

BIBERS ERDENFREUDEN
Ensemble Ars Antiqua Austria & Gunar Letzbor
11. Juni 2012

Expressiver Barock gerockt
Im letzten Konzert von AbendMusic-Lebensmusik begeisterten am Montag im Canisianum der Barockgeiger Gunar Letzbor und sein Ensemble Ars Antiqua Austria mit sechs der acht ungemein schwierigen "Sonatae, Violino solo, 1681" von Heinrich Ignaz Franz Biber.... Letzbor zog bei den mehr hochvirtuosen als expressiven Sonaten besonders weite, schlanke Bögen. Fern jeder Schärfe ließ er einen stets warmen und für Barockgeiger selten vollmundigen Ton erklingen. Beherzt zupackend gelang ihm eine gleich bezwingende wie elegante Interpretation. Transparent und beweglich artikulierend fand er zu fast klassischer Ausgeglichenheit. Hubert Hoffmann, Laute, Norbert Zeilberger, Cembalo, und Jan Krigovksy, Violine, begleiteten abwechslungsreich und mit tänzerischem Schwung. Rasante Stellen überzeichneten sie fetzig mit einer perkussiv geräuschhaften, aber stets rhythmisch kontrollierten Heftigkeit.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger 13. Juni 2102

 

LAUDABO DOMINUM
Ingenuin Molitor Geistliche Motetten (1668)
vita & anima und Instrumentalensemble "la dolcezza"

10. Mai 2012

Melodische Motetten entdeckt
Im Rahmen von AbendMusic-Lebensmusik erklangen erstmals in heutiger Zeit zehn Motetten aus der Sammlung "Fasciculus musicalis" von 1668 vom Franziskanerpater Ingenuin Molitor. Molitor zeigte sich darin keineswegs als Vertreter des Armutsideals, sondern als zeitgemäßer Komponist reicher melodischer Auszierung. Prunkvoll reich war auch die solistische Besetzung: Mit Ulrike Hofbauer und Gerlinde Sämann, Sopran, sowie Markus Flaig, Bassbariton, waren drei ganz außerordentliche internationale Musiker zu hören . Es begleitete energisch, brillant und beredt das Ensemble "la dolcezza" um die Geigerin Veronika Skuplik. Bestens passte deren weltlicher Zugriff zu den psalmartigen Texten, die Hofbauer und Flaig mit Schwung, Freude und übereinstimmendem Atem sinnlich ausdeuteten. Höhepunkt, kompositorisch wie interpretatorisch, war die Solokantate, in der Sämann mit nuancenreicher Tongebung berührend schlicht und mit einer fast bestürzenden Innerlichkeit franziskanische Bescheidenheit erklingen ließ. Drei originelle Instrumentalstücke von Molitor, Stadlmayr und Wolk rundeten das Konzert ab.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 12. Mai 2012

Bezaubernde Musik der Franziskaner in der Pfarrkirche Mariahilf
Süße Verzierungen & Präzision
Mit eindrucksvollen Werken des Franziskanerpaters Ingenuin Molitor (um 1610 - 1669) bezauberten das Tiroler Ensemble "vita & anima" und das deutsche Ensemble "la dolcezza" am Donnerstag Abend in der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in einem Konzert der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik".
Im Eröffnungsvortrag erläuterte der Ferdinandeums-Musikkustos Franz Gratl die Besonderheiten der Musik der Franziskaner, die als "Fratres Minores" zunächst auf Purismus setzten und im 16. Jahrhundert nur den unbegleiteten Choral zuließen. Doch die prachtvolle, lebensfrohe Kirchenmusik des Südens eroberte schließlich nach und nach auch die Tiroler Franziskanerresidenzen. Und einer, der den modernen Geist "hineinschwindelte", war Pater Ingenuin Molitor, Organist im Franziskanerkoster Bozen. Seine Motettensammlung "Fasciculus musicalis" ist beispielhaft für die "geringstimmige" Kirchenmusik. Zwei Geigen, zwei bis drei Sänger und eine Bassgruppe (im Konzert großartig besetzt mit Peter Waldner, Orgelpositiv, Andreas Arend, Theorbe, und Arno Jochem, Violone) umschwärmen einander mit süßen stimmlichen Verzierungen in hinreißender Mehrstimmigkeit zum Gotteslob. Die Ensembles "vita & anima" und "la dolcezza" ergänzten einander perfekt, doch auch die Stimmen des dynamischen Bassbaritons Markus Flaig und die verinnerlicht und doch bewegt singendenen Sopranistinnen Ulrike Hofbauer und Gerlinde Sämann trugen zum Erfolg des Konzerts bei. Bewundernswert auch die Präzision der Barockgeigerinnen Veronika Skuplik und Maite Larburu.

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer, 14. Mai 2012

 

DEM HIMMEL NAHE
Claviermusik aus Franz Schuberts letzten Lebensjahren
Peter Waldner - Hammerflügel
31. Jänner 2012

Ein wahres Klangfest zum Geburtstag
Peter Waldner feierte den 215. Geburtstag von Franz Schubert im Rahmen der Reihe AbendMusic-Lebensmusik am 31. Jänner im Canisianum..... Der Klavierbauer Robert A. Brown stellte einen fantastischen Nachbau eines Hammerflügels nach Jacob Bertsche der Wiener Klavierbauschule um 1815 zur Verfügung. Waldner ließ so mit wunderschönem, einzigartigem Klavierklang nach einem Modell der Lebzeit Schuberts aufhorchen. Waldner erreicht große dynamische Abstufungen auch ohne Einsatz der sechs Pedale, mit denen er zudem raffinierte Färbungen erzielte.
Fern von trübsinnigem Weltschmerz interpretierte er die Musik in ungezwungener Frische. Vor allem in den Impromptues ließ er immer wieder mit starken agogischen Schwankungen aufhorchen.... Im Scherzo ließ er mit dem Pedal des Janitscharen- und Fagottzugs sogar knallige "alla turca"-Stimmung aufkommen. Mit immer wieder überraschenden Impulsen und Phrasierungen, Übergängen ausnehmender Detailgestaltungen sowie dem Mut, beim Tempo den Klanggegebenheiten des Flügels stattzugeben, hielt er jeden Satz in sich zusammen: ein würdiges Geburtstagsgeschenk.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 2. Februar 2012

Berührender Schubert mit Peter Waldner
Entschlackt - neu
Einen großartigen Schubert-Abend gab der Südtiroler Pianist Peter Waldner am Dienstag Abend im Innsbrucker Canisianum.... Das Besondere: Man hörte Klaviermusik von Franz Schubert auf einem Hammerflügel wie neu und entschlackt.
....Waldner, an sich ja meist auf Cembalo, Virginal oder Orgel zu hören, spielte auf einer Jacob-Bertsche-Kopie aus der Werkstatt des renommierten Klavierbaumeisters Robert A. Brown, also auf einem Instrument, das Schuberts Klangwelt sehr, sehr nahe kommt. Und welch schöne Klangwelt! Verhältnismäßig dünn und fein die Bässe, keine Überlagerungen gefinkelter Mittelstimmen durch "dicken" Nachhall, keine opulente Dynamik, sondern schlanker, transparenter, filigraner Hammerklavierklang. Dazu präsentierte sich Waldner in einer Hochform, die das Publikum im fast ausverkauften Canisianum zu schätzen wußte. Bei ihm klingt Schubert unprätentiös, ehrlich, musikantisch, weil er auf agogische Effekthascherei verzichtet - und in der Summe sehr berührt. Ein großer musikalischer Abend!

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer 2. Februar 2012

 

ZWISCHEN HIMMEL & ERDE
G.F. Händel RINALDO Barockoper konzertant
Lautten Compagney Berlin
8. Dezember 2011

Die hohe Kunst des Betörens
Es war schlicht und ergreifend das, was man einen phänomenalen Abend großer Musik bezeichnen darf. Da machte der kleine Bruder AbendMusic-Lebensmusik im Stadtsaal Innsbruck seinem großen hoch (über-)subventionierten Bruder Festwochen Alter Musik vor, wie man mit überschaubaren Mitteln und erstklassigen Interpreten dem Publikum einen unvergesslichen Abend beschert.
Zu Gast war die Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolfgang Katschner mit G.F. Händels "Rinaldo", konzertant dargeboten. Die Solisten Matthias Lucht, Yosemeh Adjei, Melanie Hirsch, Ulrike Mayer, Gesche Geier und Matthias Vieweg, wie die Comagney über jeden Zweifel erhaben, sangen sich vom ersten Takt an in die Herzen der Zuhörer und demonstrierten, wie wunderbar Musik sein kann, wenn Können und Wollen sich in Leichtigkeit vereinen....
Der Abend im Stadtsaal wurde zum Triumph, musikalisch wie gesanglich. Glockig, hell, feurig, Countertenor Yosemeh Adjei als Goffredo, absolut ebenbürtig, nicht weniger stimmgewandt mit betörend warmem Farbton, Matthias Lucht als Eustazio. Gesche Geier (Sopran) beherrscht als Armida die glitzernden Koloraturen im Einsatz der Verführung. Gegen den warmen, erdigen Mezzo Ulrike Mayers ist man machtlos. Die freudvolle Lust, die leichtgewichtigen Höhenflüge aus ihrer Stimnme verzaubern, Melanie Hirsch (Sopran) im Part der Almirena flicht sanft glitzernd Notenketten und sorgt wie Bariton Matthias Vieweg als Mago und Argante für wohlige Schauer im Herzen und Prickeln auf der Haut.
Bliebe noch der Wunsch: das Ganze noch einmal, szenisch im Landestheater.

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser 10. Dezember 2011

Lautten Compagney Berlin brilliert bei AbendMusic-Lebensmusik
Ein musikalisches Feuerwerk
Das mit Vorfreude erwartete Gastspiel des Barockorchesters Lautten Compagney Berlin in der Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik übertraf wohl alle Erwartungen. Denn die konzertante Aufführung von Georg Friedrich Händels Oper "Rinaldo" am Donnerstag Abend im Großen Stadtsaal Innsbruck war an Meisterschaft und Spannung nicht mehr zu überbieten!
Was Wolfgang Katschner mit seiner Lautten Compagney Berlin und seinen SängerInnen im ausverkauften Stadtsaal bot, war ein Ereignis, dessen überbordender Reichtum kaum in Worte zu fassen ist. Keine Sekunde vermisste man in dieser konzertanten Aufführung von Händels "Rinaldo" Bühnenbilder und Kostüme. Katschners Händel ist, was den Orchesterklang betrifft, ungemein transparent und von einer als vorbildlich einzustufenden Leichtigkeit. Diese virtuose Rinaldo-Interpretation setzt Maßstäbe!
Trotz der Homogenität des Ensembles tritt die Könnerschaft seiner Mitglieder an vielen Stellen hervor und man ist erstaunt - über das musikantische, behände Spiel des Blockflötisten, die Klangschönheit der Holzbläser, die Akkuratesse der pointiert eingesetzten Trompeter, den mit Raffinesse agierenden Perkussionisten, die wie ein Wirbelwind fegende, wahre Feuerwerke entfachende Streichergruppe, die fabelhafte Continuogruppe mit Lauten, Theorbe, Gamben, Cembalo, Orgel ....
Auch die SolistInnen vermochten restlos zu begeistern. Ulrike Mayer gab einen leidenschaftlichen, männlich timbrierten Rinaldo ab. Gesche Geier eine lyrische, herzergreifende Armida, Yosemeh Adjei einen strahlenden Goffredo mit biegsamer Stimme im Countertenorregister und Matthias Lucht einen gefühlvollen Eustazio. Umwerfend ebenso Rinaldos "böse" Gegenspieler: Melanie Hirsch (Sopran) als facettenreiche Verkörperung der Almirena mit einer Wahnsinnsstimme und Matthias Vieweg (Bariton) als klangvoller, präsenter Argante.

 Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer 10. Dezember 2011

 

L'ANGELO & IL DIAVOLO
I sonatori de la Gioiosa Marca
Giuliano Carmignola - Solovioline
7. November 2011

Ein himmlischer Teufelsgeiger
Giuliano Carmignola begeistert bei AbendMusic-Lebensmusik
Der Ausnahmegeiger Giuliano Carmignola und das Ensemble I sonatori de la Gioiosa Marca spielten am Montag Abend im Innsbrucker Canisianum ein sensationelles Konzert. Mit Werken von Leclair, Locatelli, Vivaldi und Reali verzückten sie das Publikum. ... Giuliano Carmignola ist ein wahrer Teufelsgeiger, dessen beseeltes Spiel man nicht zu Unrecht in den Himmel lobt. Carmignolas Ton ist warm, glühend und von unerhörter Intensität. Sein Spiel ist elegant, kantabel, leichtfüßig, leidenschaftlich virtuos und magisch in den langsamen Sätzen. Das Ensemble I sonatori de la Gioiosa Marca agierte in kongenialer Partnerschaft: ungemein homogen, inspirierend und profund.

 

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer 9. November 2011

Himmel, Hölle und junge Talente
Ein Abend im Zeichen barocker Streichermusik. Erst blutjunges Beginnen, dann hochgezüchtete Reife, erst Schüler, dann der Weltstar.... Locatellis Violinkonzerte op. 3 mit dem dazugehörigen Capricci gehören zum Virtuosesten, das die Geigenliteratur zu bieten hat. Ein Fall für Carmignola, der sich akrobatisch in den höchsten Lagen und der Zweistimmigkeit bewegte und die Doppelgriffe, Akkorde, Arpeggien, Triller, Bogenkünste usw. meisterte. ....Im Vorkonzert hatten die jungen Leute (KonsBarock) unter Ursula Wykypiels sanft steuernder Leitung ihr erstes Konzert absolviert. Konsbarock - eine beachtenswerte Initiative mit viel Potenzial.

 

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal 9. November 2011


ICH HABE GENUG
vita & anima
Markus Flaig - Bass / Marcel Ponseele - Barockoboe / Peter Waldner - Cembalo / Gottfried von der Goltz - Konzertmeister & 1. Violine
16. Oktober 2011

Kollektives Schwelgen in innigem Wohlklang
Das Motto des zweiten Konzertabends der Reihe AbendMusic-Lebensmusik lautete "Ích habe genug", nach J.S. Bachs Kantate BWV 82 "Ich habe genug". Dass das Publikum in der vollbesetzten Stiftskirche Wilten davon und auch von der Kantate "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" BWV 56 sowie von Alessandro Marcellos Oboenkonzert d-Moll nicht genug kriegen konnte, lag an den erstklasigen Interpreten.
Mit dem deutschen Bassisten Markus Flaig fand sich eine Stimme, die so wunderbar voll in den Tiefen und bei Bedarf so sanft wei ein Flügelschlag in den Höhen Bachs Glaubensbekenntnis über eine konfessionell gebundene Verkündigung hinaus zum prickelnd ergreifenden Erlebnis werden ließ. Den belgischen Barockoboisten Marcel Ponseele an seiner Seite, auf jede Nuance des Gesanges reagierend, verwöhnten Flaig und Ponseele das Publikum mit innigstem Wohlklang. Intuitive Zweisamkeit wie man sie nur selten erleben darf. Mit dem Oboenkonzert d-Moll von Alessandro Marcello, einem wahren Hit des Barock, ist an und für sich leicht glänzen, zu süffig und charmant legen sich die Melodien ins Ohr. Aber was Ponseele mit Empfindsamkeit in das Werk legte, verursachte kollektives Schwelgen in der Stiftskirche. Tonbildung, Artikulation, Phrasierung, verzierungstechnische Ausdeutung, schöner, intensiver kann man das Werk wohl kaum erleben.
Nicht unwesentlichen Anteil an der sinntiefen wie emotional so dichten Realisierung der Stücke hatte das solistisch besetzte Ensemble mit dem beim Freiburger Barockorchester als künstlerischer Leiter tätigen Gottfried von der Goltz als Konzertmeister. Dem Namen des Ensembles vita & anima wurde man in jeder Beziehung gerecht. Man hatte nicht genug!

 

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser 18. Oktober 2011

 

WASSERMUSIK
L'Orfeo Barockorchester
Carin van Heerden - Blockflöte
28. Mai 2011

Alles Wasser im Riesensaal.
Im Zeichen des Wassers stand das Konzert von "AbendMusic-Lebensmusik" mit dem von Michi Gaigg geleiteten L'Orfeo Barockorchester in der Hofburg. Alles eher als verwässert kamen die unter dem Eindruck von Wasser entstandenen Werke (Telemanns Ebbe und Fluth, Vivaldids Tempesta di mare und Rebels Les elemens) daher. Mit Esprit und viel Gespür für sinnliche Reibungen war es ein erfrischendes Bad im Ozean der klanglichen Vielfalt. Jede Phrasierung subtil ausgelotet, mit allen technischen Wassern gewaschen, der Blick der Blockflötistin Carin van Heerden in Vivaldis Meerestiefen hätte wohl kaum klarer ausfallen können. Rebels Schöpfungsgeschichte wurde zur plastischen Klanginszenierung. Überschäumend die Akkord-Cluster zu Beginn, die naturgewaltigen Klanggemäle spektakulär ausgeformt, überschwappende Gefühle über Sturm, Nacht, Jagd, Nachigall, Landleben etc. , das Publikum im wohligen Schauer der Gefühle.

 

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser 30.5.2011


BAROCKE ORCHESTERFREUDEN
Concerto Stella Matutina
Alfredo Bernardini - Leitung & Solooboe
Samstag, 19. März 2011

Prachtvolles Sonderkonzert der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik"
Von barocken Orchesterfreuden
Der Ausnahme-Oboist Alfredo Bernardini und das Vorarlberger Orchester "Concerto Stella Matutina" sorgten am Samstag Abend für ein ausverkauftes Sonderkonzert im Canisianum und für barocke Orchesterfreuden.
Das in Göfis sesshafte Orchester holte sich mit Alfredo Bernardini einen der besten Barockoboisten Europas als Projektleiter für zwei Konzerte. Das Ergebnis war absolut erfreulich: einerseits ein äußerst nuanciert musizierendes Orchester, in dem sich die Farben der Streicher und Bläser fein und spannungsreich mischten, andererseits Bernardini mit seinem wohlklingenden und differenzierten Spiel. Bei Bachs Oboenkonzert BWV 1055 lag in jeder Phrase wärmste Empfindung und Händel und Telemann erblühten prachtvoll, nicht zuletzt dank dem großartigen Barocktrompeter Herbert Walser-Breuss.

 

Tiroler Kronenzeitung - Thomas Nußbaumer 21. März 2011


VON DEN WASSERN DES LEBENS
vita & anima (Daniel Sepec & Francois Fernandez - Barockviolinen, Vittorio Ghielmi - Viola da gamba, Peter Waldner - Cembalo)
1. April 2011 

 

Die Gunst der Stunde voll genützt.

Vita & anima nennt Cembalist Peter Waldner seine Ensembles, wobei er wechselnde Musiker im Rahmen der "AbendMusic-Lebensmusik" um sich schart.... Am Freitag wurden die Musiker diesem Namen durch lebendiges und beseeltes Musizieren besonders gerecht. Sepec und Fernandez spielten nicht auf ihren gewohnten eigenen Instrumenten, sondern auf zwei historischen Violinen von Jakob Stainer aus dem Besitz des Landesmuseums Ferdinandeum. Die Musiker fanden vorzüglich zusammen, indem jeder seine eigenen Stärken einbrachte: Sepec setzte mit betont körperlichem Spiel Impulse und sorgte für hohe Intensität. Fernandez fügte Feinheit, Farben und dynamische Abstufungen hinzu. Ghiemli sorgte für Tiefe im Ausdruck. Peter Waldner wirkte hellhörig und beschwingt.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 3. April 2011


EINE HEITERE BOOTSFAHRT
Auf dem Wasserweg zwischen Banchieri & Schubert
Vokalensemble "The Sound and the Fury"
27. Februar 2011

Das Vokalensemble "The Sound and the Fury" reicherte in der Reihe AbendMusic-Lebensmusik am Sonntag die 20 Stücke des Frühbarock (A. Banchieris Madrigalkomödie "La barca di Venezia per Padova") mit frühromantischer vokaler Kammermusik für Männerstimmen an. Zusammengehalten wurde der Abend durch eine Inszenierung von Norbert Mladek. Er zeigte einmal mehr sein untrügliches Gespür, statt vorlaut zu blenden, der Musik sparsam, aber eindringlich zu Wirkung zu verhelfen. Medial unterstützte in Johannes Kostenzer mit unaufdringlichen venezianischen Schwarzweiß-Filmen sowie Projektionen von Portraits der Stadt Wien des 19. Jahrhunderts, mit fast durchwegs kongenialer Beleuchtung besonders unterstützt.
Das fünfköpfige Ensemble wurde vollauf seinem Ruf gerecht, die Vokalpolyphonie subtil durchzuorganisieren. Klangschönheit behielten die Sänger auch in quäkenden Burlesken bei, ohne zu übertreiben.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 1. März 2011


AUF DEM WASSER ZU SINGEN
Wasserlieder und -balladen von Franz Schubert & Carl Loewe
27. Jänner 2011 - Hyposaal

Dramatik im Kleinen.

Der Bariton Thomas E. Bauer konzertierte im Rahmen der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" mit Liedern von Schubert und Loewe. Peter Waldner debütierte als Liedbegleiter.... Bei den Balladen förderte Waldner die Dramatik und malte erfreulich vielseitig mit den charakteristischen Farbmöglichkeiten des Graf-Hammerflügels vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.
Bauer hat in den letzten Jahren mit viel beachteten Aufnahmen von sich reden gemacht. Er zeigte auf sympathische Art seinen hellen, angenehmen Bariton, scheinbar bruchlos durch die Register. Selten textdeutlich bis ins hauchende Pianissimo schaffte er es, die Balladen packend zu schildern und die Gestalten überzeugend zu charakterisieren. Besonders in den Liedern zeigte er seine besondere Begabung, selten ungekünstelt Ausdruck hervorzurufen.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 29. Jänner 2011

 

 

DIE ECHTEN STADTMUSIKANTEN
Kinderkonzert mit dem Ensemble Capella de la Torre
11. Dezember 2010 - Collegium Canisianum

Mitreißendes Kinderkonzert im Canisianum: Wenn der Fuchs und der Igel.

Einmal im Jahr veranstaltet "AbendMusic-Lebensmusik" ein Kinderkonzert. Am Samstag sorgte die in Wolfsburg beheimatete "Capella de la Torre" vor vielen Kindern für eine lustige und kurzweilige Lehrstunde zum Thema "alte Instrumente". Unterstützt mit Powerpoint agiert Peter A. Bauer als witziger Erzähler...Der Fuchs spielt Schalmei, der Igel den Pommer, und beide treffen auf den Bären, mit dem sie den Dulzian erfinden, den Hasen, der Cajon spielt und schließlich die Ente, aus deren Schnorchel die ventillose Zugposaune geformt wird.

 

Tiroler Kronenzeitung - Thomas Nußbaumer - 13. Dezember 2010


TRÄNENFLUSS & SEUFZER
Franco Pavan - Laute
Vorkonzert: Wilfried Rogl & Günter Schwaizer
26. November 2010 - Hyposaal

Der junge Osttiroler Tenor Wilfried Rogl erfreute mit lockerer Stimmführung, deutlicher Textverständlichkeit, überzeugender Farbgestaltung, schönem Timbre und Ebenmäßigkeit. Franco Pavan demonstrierte mit seinem überragenden Verständnis harmonischer Entwicklung wahre Größe.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 28. November 2010


FASZINATION DER BLASINSTRUMENTE
Instrumentenbauer Rudolf Tutz zum 70. Geburtstag
28. Oktober 2010 - Collegium Canisianum

Klang aus Handwerkskunst und Geheimnis

Es war ein fröhliches Fest für Rudolf Tutz und an der Zeit, den Instrumentenbauer in großem Kreis zu feiern. Zum Geburtstagskonzert im Rahmen der "AbendMusic-Lebensmusik" kam Barthold Kuijken, Dirigent und Flötenvirtuose der Alten Musik, ins ausverkaufte Canisianum, spielte unnachahmlich beseelt auf seiner Tutz-Flöte Musik von Telemann und in meisterlicher Traversflötenpartnerschaft mit Linde Brunmayr-Tutz empfindsame Duos von Wilhelm Friedemann Bach und Etabliertes von Johann Sebastian, hier im Verein mit Johann Sonnleitner, Cembalo und Max Engel, Barockcello - eine Sommerakademie-Reminiszenz. Die jüngere Generation mit Peter Rabl, Ernst Schlader, Markus Springer, Christian Köll und Luca Lucchetta ließ Chalumeau, Klarinette und Bassetthorn bei Mozart und Graupner klangprächtig leuchten. Vor dem Konzert war im ORF Martin Sailers denkwürdiger Film über Rudolf Tutz gelaufen.

 

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal - 30. Oktober 2010


WIE DER HIRSCH SCHREIT
Sabine Neumann, Alt / Satoshi Mizukoshi, Tenor / Peter Kooij - Bass
Instrumentalensemble "la dolcezza" / Peter Waldner - Orgelpositiv
30. Mai 2010 - Basilika Absam

Barocke Musik neu entdeckt.

Unter dem Titel "Wie der Hirsch schreit" stellt Peter Waldner in Zusammenarbeit mit der Musikabteilung des Landesmuseums Ferdinandeum die beiden Barockkomponisten Leopold von Plawenn und Ingenuin Molitor vor. Die Musiker um das schwungvolle Orgelspiel Waldners setzten sich mitreißend für die Musik ein. Besondere Triebkraft ging vom ungewöhnlich präsent spielenden Gambisten aus, gut von der Theorbe unterstützt. Die beiden Geigerinnen spielten mit der leicht ruppigen, beredten Artikulation üblicher historisch informierter Aufführungspraxis. Neumann zeigte feine Ausdrucksnuancen in dunklem Timbre. Mitsukoshi berührte durch deutliche Artikulation und beste dynamische Abstufunge. Kooij, berühmt für seinen schlanken und wendigen Bass und durchdachte Interpretationen, wurde seinem Ruf gerecht.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 1. Juni 2010

 

AbendMusic-Lebensmusik beendet erfolgreiche Saison.

Das Instrumentalensemble "la dolcezza" mit zwei Geigen, Gambe und Theore, fantasievoll geleitet von Peter Waldner am Orgelpositiv, vermochten die Musik vital und lebensfroh umzusetzen. Insgesamt litt das Konzert an der problematischen Akustik der Absamer Kirche, von der besonders die Sänger - Sabine Neumann, Satoshi Mizukoshi (ein biegsamer, akzentuierter Tenor) und der überzeugende Bassist Peter Kooij - betroffen waren.

 

Tiroler Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer - 1. Juni 2010


ALTE MUSIK FÜR JUNGE OHREN
Peter Waldner, Verena Wolf & Kinder von den Theaterflöhen
Familienkonzert
7. Mai 2010 - Hyposaal

Mit Kindertrampeln und Cembalo durch Europa.

Der Organist und Cembalist Peter Waldner gesellt sich zu vier Theaterflöhen und bringt auch gleich seine Reiseleiterin mit. Gemeinsam wird man den Städten London, Antwerpen, Paris, Leipzif und Salzburg einen Besuch abstatten und die Alte Musik unter die Lupe nehmen. Die Idee zu dieser munteren Konzert- und Unterrichtsstunde ist hübsch: Alte Musik gibt Waldner an diesem Nachmittag mit Klavierstücken des 16. bis 18. Jahrhunderts weiter, die für Kinder und u.a. vom dem Wunderkind Mozart geschrieben worden sind. Natürlich kommen dabei ausschließlich die historischen Tasteninstrumente Cembalo, Virginal und Clavichord zum Einsatz. Unkompliziert wird das Zupfen und Anschlagen der Metallsaiten erklärt. Die Kostproben umfassen Stücke von Giles Farnaby, Francois Couperin, aber auch Stücke aus dem Susanne-van-Soldt-Klavierbuch und von J.S. Bach. Die Theaterflöhe musizieren mit. Abschließend ziehen Kompositionen und Geschichte des kindlichen Mozart nochmals Klein wie Groß in ihren Bann.

 

Tiroler Tageszeitung - Sabine Strobl - 9. Mai 2010


DIE GÖTTLICHEN SÄNGER
Peter Waldner - Orgel
18. April 2010 - Landschaftliche Pfarrkirche Mariahilf

Wachtel, Nachtigall und Henne.

Peter Waldner hat aus der Barockzeit von Vögeln und Geflügel inspirierte Musik berühmter Meister zusammengetragen. ... Und auch sie haben gut hingehört, die Herren Fescobaldi, Kerll, Poglietti, Couperin, Rameau, Daquin und etwas später auch Haydn. Vernahmen den Ruf der Natur und spielten sich mit den Themen. Ihre Imitationen der Vogelstimmen waren im Konzert durch originale Einspielungen gut auszumachen, aber auch durch Waldners Formulierungs- und Registrierungskünste. Seine ebenso kunstvollen wie leidenschaftlichen Bach-Bekenntnisse haben mehr als die Phantasie angeregt.

 

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal - 20. April 2010


FLÜSSIGE PERLEN
Giovanna Pessi & Eduardo Egüez
13. März 2010 - Hyposaal

AbendMusic-Lebensmusik: Auf Harfe und Laute erklang zarte Musik des Übergangs von der Renaissance zum Barock.
Zwei Meister der Zupfinstrumente gastierten am Samstag im ausverkauften Hyposaal: Giovanna Pessi, Barockharfe, sowie der Argentinier Eduardo Egüez, Barocklaute und Theorbe. Pessi steht für eine neue Dimension des Barockharfenspiels. ...Selten prägnant gab sie der ruhig dahinfließenden Musik große Prägnanz...technisch makellos zauberte sie in erstaunlich dynamischer Gestaltung bis ins Pianissimo eine enorme Fülle an Klangfarben. Ihre großartig abgestuften Linien gestaltete sie mit ganz geschmeidigem Legato. Auch Egüez beeindruckte mit Klangfarbengestaltung nicht nur bei den harmonischen Wechseln, sondern auch in den verschiedenen Lagen. Die beiden Musiker spielten in gleichem Atem zusammen. Accelerando und Unisonoläufe gerieten atemberaubend einheitlich.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 15.März.2010

 

DIE VIER JAHRESZEITEN
I sonatori de la Gioiosa Marca & Giuliano Carmignola
26. Jänner 2010 - Collegium Canisianum

Genial vom ersten bis zum letzten Ton - Spitzengeiger Giuliano Carmignola bei AbendMusic-Lebensmusik
Zu Beginn erfeuliche Nachwuchspflege: Das Ensemble Musica in Aulis des Musikgymnasiums Innsbruck stimmte mit italienischem Frühbarock auf das folgende reine Vivaldi-Programm ein. .... Carmignola spielte den ganzen Abend lupenrein mit jenem schneidenden Klang, der sich nur ergibt, wenn man in Stimmung reiner Terzen zu hören gewohnt ist.... Auch in Vivaldis "Vier Jahreszeiten" wählte er stimmige Tempi: Weder das Traben auf der Jagd im "Herbst" war verrast noch der tropfende Regen im "Winter" zu Kitsch zerdehnt. Er zog mit charismatischer Präsenz das Publikum vom ersten bis zum letzten genialen Ton in seinen Bann.


Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 28. Jänner 2010


BATTAGLIA, BATTAGLIA
Les Sacqueboutiers de Toulouse
10. Oktober 2009 - Landschaftliche Pfarrkirche Mariahilf

Wo Musik den Krieg besiegt.

Mit den stets vorzüglichen Sacqueboutiers de Toulouse bot Peter Waldner unter dem Motto "Battaglia, allarmi, battaglia" Schlachtenmusik aus der Übergangszeit der Renaissance zum Barock. Zink, Schalmei, Posaune, Dulcian und Orgel klangen von Kerll und Scheidt bis Gabrieli, von Janequins Bataille bis zu den spanischen Organisten prachtvoll , und im  Falle des Herrn Arauxo auch martialisch, und doch siegte die Musik über die Schlacht.

 

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal 13. Oktober 2009

 

Milde der Kriegsmusik.

Das Bläserensemble Les Sacqueboutiers de Toulouse und der Organist Peter Waldner begeisterten ihr Publikum am Sonntagabend. ...Was aber im Absolutismus zur Verherrlichung siegreicher Herrscher bestimmt war, klingt heute harmonisch, anregend und rhythmisch akzentuiert - besonders dann, wenn mit Les Sacqueboutiers de Toulouse aus Frankreich und dem AbendMusic-Chef Peter Waldner fünf Musiker am Werk sind, die auf ZInk, Schalmei. Posaune, Dulcian und Orgel sprudelnde, fein abgestimmte und transparente Klangfarbengeflechte schaffen. Das Martialische, transformiert in federnde Rhythmik, wirkte überraschend mild, wohltuend, subtil und stimmig...Ein schöner Abend!

 

Kronenzeitung - Thomas Nussbaumer - 13. Oktober 2009

 

VOM HOLZ ZUM KLANG
Ensemble vita & anima
23. September 2009 - Collegium Canisianum

 

Start der "AbendMusic" im Canisianum

Nicht weniger als neun verschiedene Tasteninstrumente aus der Werkstatt ddes Innsbruckers Herbert Kuen waren die "Stars" des ersten Herbstkonzertes. Mitglieder von vita & anima brachten das Holz zum Klingen.
Der Instrumentenbauer selbst war neben dem bewährten Peter Waldner und der virtuosen Martina Schobersberger auch als berufener Interpret an den historischen Vorbildern nachgebauten Tasteninstrumenten aktiv, dazu die vortreffliche Geigerin Katharina Wessiack auf der Barockvioline.... Viel Applaus für einen außergewöhnlichen Abend!

 

Kronenzeitung - Jutta Höpfel 25. September 2009


Jauchzet Gott in allen Landen
Ensemble vita & anima
Hana Blazikova - Sopran
Peter Waldner - Orgelpositiv
4. Juni 2009 - Pfarrkirche Schlanders, Südtirol

Er kommt immer wieder gerne über den Brenner: der in Innsbruck arbeitende und aus dem Vinschgau stammende Cembalist und Organist Peter Waldner. Diesmal nahm er auch Freunde mit: Geiger, die er durch seine internationale Musiziertätigkeit kennengelernt hatte; eine Continuogruppe, die sich bewusst war, welche Aufgabe sie als musikalisches Fundament zu leisten hat...>
Peter Waldner zeigt seine Virtuosität und vor allem sein makelloses Spiel bei Händels Orgelkonzert in B-Dur, op. 7 Nr. 1, ein eher selten gespieltes Werk, das auf dem Orgelpositiv wunderbar klang. Das Metrum schlägt in pulsierender, aber nicht starrer Regelmässigkeit. Die Freiheit agogischer Gestaltung ordnet sich diesem ordnenden Prinzip unter. Und dazwischen wird verziert, mit Lust musikalisch fabuliert, mit lebendiger Erzähl-Freude präsentiert. Lächelnde Gesichter bei den Musikern wie beim Publikum. Ja, es macht Freude zu spielen und zuzuhören.
 
Dolomiten - Pater Urban Stillhart - 9. Juni 2009

 

Geburt-Leben-Tod
Vokalensemble The Sound and the Fury
Reinhard Jaud - Ebert-Orgel
16. April 2009

Marienlob höchster Reinheit.

Die wunderbare Stunde mit "The Sound and the Fury" am Samstag in der Hofkirche war ein Höhepunkt im heurigen "AbendMusic-Lebensmusik"-Zyklus. Die fünf Sänger mit ihrer vollkommenen Intonation und Klangmischung kosteten die harmonischen Reibungen und deren Auflösung, uach den Wechsel von einstimmigem Choral und Fünfstimmigkeit in der Marienmesse mit einer Reinheit und fast zärtlicher Inhaltsbezogenheit aus, die einmal mehr bewußt machte, wie unterschätzt Isaac noch immer ist. Kräftigere Töne vertrugen die Lieder Senfls, und dazwischen kann nur ein Instrument Isaacs und Senfls gedenken: die Ebertorgel mit dem versierten Kustos Reinhard Jaud.

 

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal -18. Mai 2009


Der tröstende Bach
vita & anima
26. April 2009

Bach tut der Seele gut.

"Vita & anima" nennt Peter Waldner die Ensembles, mit denen er die Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik zu immer neuen Erfolgen führt. Diesmal musizierte Waldner am klangschönen Cembalo gemeinsam mit zwei Barockspezialisten: Marc Hantai, Traversflöte, und Francois Fernandez, Barockvioline. Die Herren präsentierten sich solo, im Duo und Trio, in jedem Fall beeindruckend und allen gewählten Formen, ob Sonaten, Partiten oder der Solo-Toccata, meisterlich gerecht werdend. In er e-Moll-Solo-Toccata wusste Waldner das Cembalo farbenreich und zumal in der Fuge stets transparent zu behandeln; der Geiger hatte die rhythmusfreudige, frische E-Dur-Solopartita gewählt und der Flötist entlockte mit schier unendlich langem Atem der a-Moll-Solopartita noble Phrasierungen und Töne voller Wärme. Prachtvoll potenzierten sich diese Vorzüge im Zusammenspiel, um in der Triosonate G-Dur zu gipfeln.

 

Kronenzeitung - Jutta Höpfel 28. April 2009


Gläserne Klangwelten
Wiener Glasharmonika Duo & Stephan Haas - Laute
27. Februar 2009

Alles andere als zerbrechlich wirkte das Lebensmusik-Konzert des Glasharmonika-Duo Wien. Christa und Gerlad Schönfeldinger setzen  die Galsinstrumente vielseitig ein, für historische Werke genauso wie für zeitgenössische Kompositionen. Ihre obertonreichen Klänge zauberten im Hypo-Saal einen kontemplativen Musikgenuss.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 1. März 2009

Hypo: Wiener Glasharmonika-Duo faszinierte. Wie aus fernen Sphären.
Es war ein außergewöhnliches Musik-Erlebnis, das Christa und Gerald Schönfeldinger Freitag Abend im Hyposaal in Innsbruck aus gläsernen Klangschalen und Röhren zauberten.

 

Kronenzeitung - Jutta Höpfel 1. März 2009

 

 

Funkelt, ihr Sterne
Cappella Artemisia
6. Jänner 2009

Dreikönigstag mit viel Musik.

Damit hat die Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik gleich zu Jahresbeginn einen Höhepunkt präsentiert. Diese Weihnachtsmusik des 16. und 17. Jahrhunderts aus italienischen Frauenklöstern, wie sie von den edlen, stilsicheren Stimmen der vier exzellenten Sängerinnen und den Damen an Gambe, Barockharfe und Orgelpositiv meisterlich dargeboten wurden, ist schon vom Repertoire her eine besondere Kostbarkeit und geriet in der eiskalten Kirche in Mariahilf - wo gleich zwei mal gespielt wurde - zu herzerwärmender Schönheit der Tongebung und Innigkeit des Ausdrucks. Eine nachhaltige Freude!

 

Kronenzeitung - Jutta Höpfel - 8. Jänner 09


Pur Amor
Zefiro Torna - Amorroma - Traces
23. November 2008

Lieder und Tänze der reinen Liebe.

Im Canisianum war das Publikum der Reihe AbendMusic-Lebensmusik hellauf begeistert von der Vitalität und Sensibilität der Musiker. Mit Geschmack und Raffinement brachten sie ihr heutiges Feeling ein, zeigten, wie nahe sich die Jahrhunderte rücken können und wie ein Sopransaxophom mit Lauten, Gamben, Flöten und Dudelsack flirten kann. "Reine Liebe" hieß das Programm, und einer seiner Höhepunkt galt der Symbolik des Lebensbaumes.

 

Tiroler Tageszeitung – Ursula Strohal - 23.11.08


Strahlkraft der Zinken
Les Sacqueboutiers de Toulouse
27. April 2008

Triumph des Klanges.

Les Sacqueboutiers de Toulouse sind seit Jahrzehnten ein Highlight der Alten-Musik-Szene. Die Strahlkraft der Zinken führte, nein verführte in die Klangwelt der Renaissance. Höhepunkte waren die Motettenintavolierung von Gabrielis Cantate Domino und Jan Sweelincks Fantasie, wo es zu einem witzigen, raschen Zinkenecho kam

 

Tiroler Woche – Johannes Überbacher, 2. Mai 08


Strahlkraft der Zinken
Les Sacqueboutiers de Toulouse
27. April 2008

Bläser & Orgel mit Goldton.

Les Sacqueboutiers de Toulouse sind Spezialisten auf diesem Gebiet. Zwei Zinkenisten und ein Posaunist, faszinierend in der perfekten, butterweich angesetzten Charakteristik ihrer Instrumente, trafen in der Pfarrkirche Mariahilf auf die souveräne Orgelpartnerschaft von Peter Waldner.

 

Tiroler Tageszeitung – Ursula Strohal, 29. April 08


His Majesty’s Harper
Andrew Laurence-King – Harfe und Doppelharfe
4. April 2008


Sinnlicher Griff in die Saiten.

Wo Andrew Laurence-King auftaucht, wird die Welt verzaubert. Durch die Verschmelzung von Kunst, Können, Wissen und betörender Atmosphäre. Mitreißend und stilistisch fundiert sind auch seine Improvisationen. Lauwence-King ist einer der Großen. Was er angreift, verwandelt er sensibel, swingend und sinnlich in Musik.

 

Tiroler Tageszeitung – Ursula Strohal, 7. April 08


Nacht & Licht
La Reverdie
24. Februar 2008

Das Licht der Auferstehung.

Eine ferne, fremde Welt tat sich auf. Ob Lauda, Conductus oder Motette: die Sängerinnen Claudia Caffagni und die Schwestern Elisabetta und Ella de Mircovich zeigten sich singend und mit alten Instrumenten vertraut mit ihrem Metier. Dazu lieferte Doron D. Sherwin als Bass und Trommler tiefe und als Zinkenist charakteristisch helle Töne, die das originale Klangbild religiöser Musik ferner Jahrhunderte suggerierten.

 

Kronenzeitung – Jutta Höpfel, 26. Februar 08


Tarantelle – Amore – Tarantelle
Pino De Vittorio & Marcello Vitale & Leonardo Massa
Volkslieder aus Apulien
25. Jänner 2008

Geheimnisse des Herzens.

De Vittorio ist einzigartig in dieser Musik, die er mit seinem Gemüt aufgesogen und mit seinem Intellekt adaptiert hat. Von „Interpretation“ kann keine Rede sein, der klassisch geschulte Sänger hat sich in seinen Feldforschungen das Liedgut zu eigen gemacht und singt es, vokal niemals aufgeplustert, mit der Farbe, Kraft und sprachlichen Eigenheit der Heimat. Das Publikum konnte nicht genug kriegen von der in die orgiastische Rhythmik der Tarantella verkleideten vehementen Emotionalität.

 

Tiroler Tageszeitung – Ursula Strohal, 28. Jänner 08

Ein Orfeo Apuliens.

Die Konzertreihe hat stets Ungewöhnliches zu bieten. Das Publikum im übervollen Saal lauschte hingerissen und erklatschte sich viele Zugaben.

 

Kronenzeitung – Jutta Höpfel, 28. Jänner 08


Das Lautenclavier, Bach & die Engel
Johann Sebastian Bach – Werke für Lautenclavier
Peter Waldner - Lautenclavier
2. Dezember 2007

Peter Waldner stellt seine neue CD vor.

Im Februar des Jahres hat der Musiker Peter Waldner eine CD mit J.S. Bachs Werken für Lautenclavier eingespielt. Kürzlich wurde der Tonträger im ausverkauften Hyposaal in Innsbruck vorgestellt. Mit der CD, welche in der ORF-Edition Alte Musik erschienen ist, hat Waldner einen weiteren Meilenstein in seinem musikalischen Wirken gesetzt. Auch international dürfte der Tonträger auf großes Interesse stoßen, denn: Bachs Werke für Lautenclavier wurden bislang noch nicht auf diesem besonderen Instrument eingespielt.

 

Dolomiten – Michael Fink, 6. Dezember 07

Sagenumwobenes Instrument - Peter Waldner ließ Lautenclavier nach Originalplänen nachbauen.

Zwischen projizierten Engelsbildern spielte er Bachs Präludien, Fugen und barocke Tanzsätze in neuer Klanggestalt, die einer kräftigen Laute ebenso ähnelt wie dem Cembalo. Das ungewöhnliche Musizieren hat Bernhard Trebuch, ORF-Spezialist für Alte Musik, auf einer hörenswerten CD samt DVD dokumentiert.

 

Kronenzeitung – Jutta Höpfel, 19. Dezember 07


Harmonie der Nationen
The Harmony of Nations Baroque Orchestra (Leitung: Alfredo Bernardini)
30. September 2007

Konzert für Verwöhnte - Junges Vorzeige-Orchester.

Aus 13 europäischen Ländern setzt sich das fabelhafte Barockorchester zusammen, das unter der Leitung von Alfredo Bernardini den bejubelten Auftakt zur neuen Saison der Reihe AbendMusic-Lebensmusik in Innsbruck gab. Als virtuoser Oboist führt der Italiener Bernardini die jungen Musiker, die ihre historischen Instrumente brillant beherrschen, mit inspirierendem Elan. Das Publikum im ausverkauften Canisianum war begeistert.

 

Kronenzeitung – Jutta Höpfel - 2. Oktober 07


Weichet nur, betrübte Schatten - J.S. Bach: Hochzeitskantaten Nuria Rial - Sopran, Ensemble vita & anima (Ltg. Gottfried von der Goltz)
24. Juni 2007


Mit der spanischen Sopranistin Nuria Rial durfte man eine mustergültige Versinnbildlichung der Bachschen Tonmalerei erleben. Geschmeidig, unbeschwert im Ausdruck, blieben in puncto Klangschönheit und lebendiger Gestaltung wohl kaum Wünsche offen. Nicht minder profunde Kenntnisse von Bachs musikalischer Sprache sowie die Fähigkeit, sie für den Hörer zum Erlebnis zu machen, zeigte das Ensemble vita & anima, zusammengesetzt aus Musikern des Freiburger Barockorchesters mit Gottfried von der Goltz als Konzertmeister.

Tiroler Tageszeitung - Martin Hauser - 26. Juni 2007


Gen Himmel zu dem Vater mein - Ein Abend zum 300. Todestag von Dieterich Buxtehude Daniel Sepec / Friederike Heumann / Peter Waldner
20. Mai 2007


Mit einem meisterlichen Kammerkonzert gedachte das Ensemble vita & anima des 300. Todestages von Dieterich Buxtenhude. Der Abend wurde zu einem fulminanten Plädoyer für diese faszinierend abwechslungsreiche Musik.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 22.Mai 2007


François Couperin: Leçons de Ténèbres . Ensemble vita & anima
4. April 2007


Als Glücksfall sprang bei dem Konzert die Sopranistin Ulrike Hofbauer für die erkrankte Arianna Savall ein. Hofbauer zeigte mit geschmeidiger, fülliger Stimme mit dunklem Timbre, Dynamikvariabilität und Klangfarbigkeit ihre große Klasse.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger -  6. April 2007


Andalusische Romanzen - Begona Olavide
12. Jänner 2007


Die Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik präsentierte ein Solokonzert von Begona Olavide mit mittelalterlichen andalusischen Gesängen. Ob Flamenco, Folías de Espana, marokkanische Rhythmen, Klage- oder Minnelied, stets gestaltete Olavide abwechslungsreich einen anderen Charakter. Einmal drängend, dann wieder zögerlich oder dahin fließend erzählte sie nicht distanziert von Geschichten, sondern durchlebte sie. Mit Stolz, Kraft und Feurigkeit versetzte sie das Publikum atmosphärisch in eine fremde Welt und Zeit.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 15. Jänner 2007


Tonos humanos - Private Musicke (Leitung: Pierre Pitzl)
24. November 2006


Schwebende Leichtigkeit: Das Ensemble Private Musicke erweckte im Innsbrucker Canisianum weltliche spanische Musik der Renaissance zum Leben. Monika Mauch - ein Glücksfall: Sie verfügt gleichermaßen über eine leichte, klangschöne Stimme, eine brillante Technik, ein tiefes Textverständnis und Natürlichkeit. Sie faszinierte mit extrem nuancenreicher Gestaltung, vereint mit ungekünsteltem Affektausdruck.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger - 27. November 2006


Mit Pauken und Trompeten – Trompeten Consort Innsbruck (Leitung: Andreas Lackner)
21. Oktober 2006


Ungemein frisch und lebensfroh in den schnellen, prachtvoll repräsentativ in den feierlichen, einfühlsam graziös in den anmutigen Sätzen, zeigte sich das Trompeten Consort Innsbruck in einer idealen Abstimmung von Intellekt und emotionsgeladenen Musizierstil. Die Echoeffekte der Musik wußten Lackner und Co. mit jenen der Jesuitenkirche ideal zu einem unendlich anmutenden Klangraum zu verbinden. Da waren Intuition und Instinkt gefragt, den die Bläser mit müheloser Tongebung, frappierenden klanglichen Schattierungen und in intonationsreinem Zusammenklang mit den präzise artikulierenden anderen Instrumenten unter Beweis stellten. Stehende Ovationen.

 

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser - 23. Oktober 2006

 

Klangpracht in Innsbrucker Jesuitenkirche begeistert das Publikum.

Eine wohltuende Pracht der Klänge und Töne. Auf verschiedenen Galerien plaziert, erzielten die Bläser außergewöhnliche Raum- und Echowirkungen, die an die alte venezianische Praxis in San Marco erinnerten. Aber auch die Streicher ließen es nicht an Fülle und Wohlklang fehlen. Als Höhepunkt vereinte zu guter Letzt Heinrich Ignaz Franz Biber in seiner Sonata Sancti Polycarpi das 18-köpfige Ensemble zu prächtiger Klangentfaltung.

 

Kronenzeitung - Jutta Höpfel - 23. Oktober 2006


Orgelmoment I Gustav Auzinger
24. September 2006


O ewiger Bach, die Luft voller Töne.

Ausklang und Vollendung dann mit Philipp Emanuel Bach, besonders bei der Fantasie und Fuge in c-Moll, gab Auzinger seine wahre Meisterschaft preis. Wie im Delirium, als ob mit unzähligen Händen – Lisztisch – spielend, fegte er die Tasten und zog die Register, da war auch die Pirchner-Orgel ganz bei sich; wunderbar.

 

Tip – Die Innsbrucker Zeitung  - Bernd Schuchter - 6. Oktober 2006


Von Zinken und Posaunen Concerto Palatino
1. Juli 2006


Bläserkunst in Vollendung.

Concerto Palatino ließ diese Tradition mit spürbarer Vertrautheit aufleuchten, bläserisch phänomenal sicher und unbestechlich in der Intonation. Der Zinkenist Dickey und der Posaunist Toet, diese beiden Großen, verbringen Unglaubliches.

 

Tiroler Tageszeitung -  Ursula Strohal, 3. Juli 2006


Atem, Luft & Bläser Ensemble Zefiro
12. März 2006


Das Ensemble Zefiro beleuchtet Zusammenhänge, knüpft rote Fäden, entschlackt, entstaubt und präsentier Alte Musik so unverbraucht jugendlich frisch, als ob sie soeben aus der Taufe gehoben worden wäre. Die in jeder Beziehung vitalisierende Frischlufttherapie verfehlte ihre Wirkung nicht. Das Publikum verlangte nach mehr und machte seiner Begeisterung mit tosendem Applaus Luft.

 

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser, 14. März 2006


Uns ist geboren ein Kindelein Weinachtliche Barockmusik
Maria Erlacher (Sopran) Ensemble vita & anima
6. Jänner 2006


Zu Herzen gehend.

Waldners und Max Engels Engagement ging weit über eine bloße Continuo-Begleitung der Sängerin hinaus. Musikalisch gleichrangig bereicherten sie Erlachers weit gezogene Linien in ruhigem Ausdruck mit temperamentvoller Elastizität und Entschlossenheit, ohne dabei der andächtigen Auffassung der Sopranistin entgegenzustehen. Ihre Stimme behielt in jeder Stimmlage ihr schönes und ausgeglichenes Timbre. Frei von Künstlichkeit gestaltete sie den Text in natürlicher Schlichtheit. Vater und Tochter Engel erreichten eine traumwandlerische Übereinstimmung, bei der jede Phrase selbstverständlich wirkte. Ulli Engel gestaltete klangprächtig, dynamisch und impulsreich.

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 9. Jänner 2006


Bewegte Klanrede – John Holloway (Barockvioline), Marieke Spaans (Cembalo & Orgelpositiv)
21. Oktober 2005


Die Klangsprache eines Weltgeigers.

Mit dem Barockgeiger John Holloway und der Cembalistin Marieke Spaans gastierte am Freitag in der Innsbrucker Pfarrkirche Mariahilf Weltspitze der Barockmusik auch abseits der Festwochen. Spaans schaffte ein kleines Wunder: Mit warmem, fülligen Klang, verschiedenen Klangfarben und außergewöhnlichen klar druchhörbaren verschiedenen Linien zauberte sie größten Abwechslungsreichtum. Faszinierend war das übereinstimmend atmende Zusammenspiel, bei dem Spaans jede Nuance von Holloway aufgriff. Ob bei den Italienern des Habsburger Hofes oder bei Schmelzer und Biber, stets fand Holloway zu einer eigenen Klangsprache. Marieke Spaans stand dem um nichts nach und veredelte den Klang noch durch viel Lebendigkeit.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 24. Oktober 2005


Herr Telemann in Paris Pariser Quartette vita & anima
30. September 2005


Es gelang dem Ensemble, die feinen harmonischen und melodischen Wendungen der Kompositionen zu vermitteln. Besonders charmant in seiner Interpretation Violinist Gottfried von der Goltz. Linde Brunmayr-Tutz (Traversflöte) beeindruckte vor allem mit ihrer Leichtigkeit. Ein genussvoller Kammermusikabend.

 

Kurier am Sonntag - Desirée Peyrer, 2. Oktober 2005


Music for a while - Markus Forster (Altus), Peter Waldner (Orgelpositiv), Wolfgang Praxmarer (Laute, Theorbe) und Werner Matzke (Barockcello)
26. Juni 05


Große und intime Momente.

In der Besetzung Markus Forster (Altus), Peter Waldner (Orgelpositiv), Wolfgang Praxmarer (Laute, Theorbe) und Werner Matzke (Barockcello) demonstriete man, dass auch Tiroler Spezialisten für Alte Musik den internationalen Vergleich keineswegs zu scheuen brauchen. Wie wohl sich Waldner auf seiner Truhenorgel fühlte, zeigte er mit lachendem, Purzelbäume schlagendem Herzen an Solostücken von Purcell und an der Seite eines beseelt aufspielenden Werner Matzke. ...Star des Abends war freilich der Innsbruck Altist Markus Forster. Koloratursicher, mit Substanz in allen Lagen, bewies Forster große vitale Ausdruckskraft in Purcells "Your awful voice".

 

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser, 28. Juni 2005

 

..Präzise und mit transparenter Leichtigkeit wusste der Altus Markus Forster zusammen mit den anderen Interpreten zu überzeugen. Herausragend war Wolfgang Praxmarer auf Laute und Theorbe mit seinen feinsinnigen Interpretationen und Variationen, etwa bei der Fancy-Prelude von Thomas Mace.

 

Kurier - Desiree Peyrer, 28. Juni 2005


Stabat mater dolorosa - Piccolo Concerto Wien
9. März 05

Hineinhorchen in Marias Schmerzen

Das Piccolo Concerto Wien unter der Leitung von Roberto Sensi, die Sängerinnen Emanuela Galli (Sopran), Britta Schwarz (Alt) und Peter Waldner an der Orgel zeigten höchstes Einfühlvermögen. Bewegende polyphone Strukturen auf Basis ausdrucksstarker, eng an der Textaussage orientierter Motive verlangten vokal wie instrumental alle Konzentration und intensive Auseinandersetzung. Beides war den Akteuren anzumerken. Inspiriert hingebungsvoll und mit fein geschärftem Klangbewusstsein ging man ans Werk, dem dicht verwobenen Stimmengeflecht von Vokal- und Instrumentallinien rang man faszinierende Ausdrucksmomente ab. Die ungemein klangfarbliche Nähe der beiden Stimmen verdeutlichte, wie tief sie, wie auch die Instrumentalisten, in das Werk hineingehorcht hatten.

 

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser, 11. März 2005


La suave melodia - Oman Consort
3. Februar 05

Instrumentale Barockmusik.

Musik aus dem mediterranen Raum, die im Rahmen der renommierten Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" von den sechs Musikern mit Spielfreude und Engagement dargeboten wurde. Interessant waren vor allem die Stücke mit der viersaitigen Basslaute Colascione. Das Publikum war begeistert und ließ die Musiker erst nach drei Zugaben von der Bühne gehen.

 

Kurier - Desiree Peyrer, 5. Februar 2005


Sephardische Romanzen - Ensemble Accentus austria
8. Jänner 05

Die sephardischen Romanzen des renommierten österreichischen Ensembles lockten mehr Zuhörer an, als das Canisianum fassen konnte. "AbendMusic-Lebensmusik" hat sich vom Geheimtipp zur gefragten Konzertreihe entwickelt. Die Programme Alter Musik mischen Heimisches und Außerregionales, Stars und Newcomer, Säulen des Repertoires und Eroberungen unbekannter Gefilde. Die Musiker um Thomas Wimmer geben den Romanzen der Sephardim mit Fidel, Laute, Harfe, Perkussion, Blockflöte und Gesang (Cesar Carazo Jalon) das Leben zurück. Die vorzüglichen Musiker und der Tenor fanden ihren Weg über die Sprachbarrieren hinweg. Sie führten, multikulturell und doch zielgerichtet, in den Melismen und Verzierungsfloskeln zur synagonalen Musik zurück und in die Versenkung, beschwörten durch Rhythmen die tänzerische Fantasie und waren gerüstet für Improvisationen.

 

Tiroler Tageszeitung - Ursula Strohal, 10. Jänner 2005

 

Samstag Abend präsentierte das Ensemble Accentus austria in der Reihe AbendMusic-Lebensmusik, in der ausverkauften Aula des Collegium Canisianum unter dem Titel "Sephardische Romanzen" - Lieder der spanischen Juden. ...Das Publikum nahm mit großer Begeisterung die gesungenen und gespielten Werke auf, wobei besonders der Flötist Michael Posch auf den verschiedenen Block- und Schilfflöten mit seinen Interpretationen beeindruckte.

 

Kurier - Desiree Peyrer, 10. Jänner 2005

 

Die Musik der Sephardim. ... Vom spanischen Tenor Cesar Carazo Jalon wohllautend gesungen, mit Fidel, Laute, weichen Flöten- und Harfenklängen begleitet und von perkussiven Künsten rhythmisch suggestiv gestützt, begeisterten die jungen Musiker, die auch schon bei den Ambraser Schlosskonzerten gefeiert wurden, in der ausverkauften Aula des Canisianums: ein erfolgreicher Jahresbeginn mit faszinierender unbekannter Musik.

 

Kronenzeitung - Jutta Höpfel, 10. Jänner 2005


Mittelalter auf Sizilien - Ensemble Al Qantarah
14. November 04

Mittelalterliche Popmusik-

das Ensemble Al Qantarah begeisterte am Sonntagabend in der restlos ausverkauften Aula des Innsbrucker Canisianums mit mittelalterlicher Musik. ...Wer daher heute Mittelalterliches wieder erwecken will, muss sich erst einen eigenen Musizierstil erarbeiten. Die fünf Herren von Al Qantarah stützen sich dabei nicht bloß auf die Ergebnisse trockener musikhistorischer Forschung sonder lassen sich von der arabischen, persischen und sizilianischen volksmusikalischen Tradition inspirieren. Herausgekommen ist dabei ein lebendiges Musizieren, bei dem aber über die fremdartigen Klänge der Instrumente hinaus vor allem die in sich ruhende Intensität verzauberte. Mit Schwung, aber nie drängend ließen sich die Musiker die nötige Zeit, um die Klangfreben in der Aule sich entfalten zu lassen.

 

Tiroler Tageszeitung -Armin Berger, 16. November 2004

 

Reise ins mittelalterliche Sizilien

...In der renommierten Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik in der ausverkauften Aula des Collegium Canisianum führte Sonntagabend das fünfköpfige Ensemble unter dem Titel Mittelalter auf Sizilien in eine teilweise schon versunkene fremde Klangwelt.....Die puristisch wirkende und nicht zu große Komplexität der Musik ließ den Konzertbesucher schnell in die ungewohnte Klangwelt eintauchen und sich an die fremdartigen Melodien gewöhnen. Vor allem die fast schon artistische Fähigkeit der Musiker, den Tamburinen die unterschiedlichsten trommelnden Klänge zu entlocken, begeisterte das Publikum. Roberto Bolelli verstand es meisterhaft, mit seinem subtilen Gesang die Zuhörer zu berühren. Der Versuch, mittelalterliche Musik aus Sizilien wieder zu erwecken, gelingt Al Qantarah sicherlich.

 

Kurier - Desiree Peyrer, 17. November 2004


Der Charme der Laute - Rolf Lislevand
12. Mai 04

Die Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik bot gegen Ende der Saison mit dem Lautenisten Rolf Lislevand nochmals einen Höhepunkt. Die Pfarrkirche Mariahilf bietet der intimen Lautenmusik den idealen Rahmen. Der norwegische Meister zauberte mit französischer, spanischer und italienischer Barockmusik den Hauch südländischer Musizierfreude in den Kirchenraum. Der Theorbe entlockte er fein verzierte französische Suitensätze von Robert de Vizée. ...Mit sensiblen Fingern reizte er die 57 Saiten der Barocklaute zu komplizierten, fast metaphysischen Klangfigurationen und Strukturen.... Ein besonderer Hörgenuss war Lislevands delikates Spiel auf der Barockgitarre, das vor allem in italienischen und spanischen Tanzsätzen zu sprühender Lebendigkeit geriet.

 

Tiroler Tageszeitung - Jutta Höpfel, 14. Mai 2004


Liederabend Bernarda Fink (Mezzosopran) und Charles Spencer (Hammerflügel)
24. Juni 03

Ein exquisiter Liederabend mit Bernarda Fink und Charles Spencer in der Hofburg vollendete die diesjährige Musikreihe AbendMusic-Lebensmusik.
Die Mezzosopranistin Bernarda Fink hat sich einen großen Namen in der Alten Musik gemacht. Sie verfügt über eine souveräne, völlig unforcierte Stimme mit vollkommener Technik, die wie angeboren erscheint. Ihr Gesang ist von einer Schönheit, die eher rührt und berührt als packt und überwältigt... Charles Spencer war ihr in gleichem Atem und Fluss nicht nur ein Begleiter, sondern idealer Partner. Mit drei verschiedenen Hammerflügeln aus der jeweiligen Zeit von Haydn bis Schubert nahmen im Laufe des Abends langsam die Klangfarben zu. Bernarda Fink näherte sich dem Text (Anm. Frauenliebe und -leben, Robert Schumann) in bester Nativität und zeugte damit von echten und ehrlichen Gefühlen. Ausgezeichnete Textverständlichkeit, Perfektion und hohe Tonschönheit prägten den Abend.

 

Tiroler Tageszeitung, 27. Juni 2003


Geist und Seele wird verwirret
25.5.2003 Stiftskirche Wilten

Beseelt von zutiefst empfundenen Ausdruck. Der Falsettist Michael Chance beeindruckte mit zwei Solokantaten für Altus und obligate Orgel von J.S. Bach in der Wiltener Stiftskirche. Die Konzertreihe "AbendMusic-Lebenmusik" erfreute wieder einmal mit einem Musikhöhepunkt: Die Einladung eines der bedeutendsten Altisten unserer Zeit wurde zum vollen Erfolg. Michael Chance beseelte Bachs Kantaten zum 6. und 12. Sonntag nach Trinitatis aus dem Jahre 1726, umrahmt vom Tiroler Ensemble für Alte Musik vita & anima.
Michael Chance ist ein Falsettist, der nicht nur eine sehr schöne Stimme hat, sondern auch ausnehmend reich musikalisch gestaltet, sowie den Textgehalt mit ergreifender Intensität verdeutlicht. Bereits in der Eingangsaria der Kantate "Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust" zeigte er sein ganzes Können: Sparsames und variables Vibrato, feine Dynamikunterschiede, beste Textverständlichkeit, geistvolle Wortgestaltung, dennoch weite geschmeidige Linien und ungewöhnlicher Farbreichtum dienen ihm für einen tief empfundenen Ausdruck.

 

Tiroler Tageszeitung, Mittwoch 28. 5.03


Tanz und Lebensfreude
16. Februar 2003

Musik für die Beine - beschwingter Abend der Reihe AbendMusic-Lebensmusik im knallvollen Canisianumssaal. Lebensfreude ist international, da lernt man gern voneinander, bewahrt aber auch seine regionalen Eigenheiten, bewies der Tastenzauberer Peter Waldner mit Musik barocker Tonmeister aus Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Holland und England. Das wurde, hier gezähmt, dort überschwänglich, ein Reigen der einst modischen Rhythmen, von der Ciaccona und Bergamasca über die obligaten Teile der Suite bis zum Fandango. Peter Waldner spielte an großer und kleiner Orgel, Cembalo und Spinett Originalkompositionen von Sweelinck, Byrd, Bull, Frescobaldi, Soler und weniger bekannten Komponisten. Als Verstärker der tänzerischen Elemente hatte er den Percussionisten Charlie Fischer geladen, der kreativ, aber dezent seine mit Fischhaut, Ziegen- und Eselsfellen bespannten Trommeln und Tamburins schlug. Was da die beiden bis zur überschäumenden Virtuosität von Solers Fandango durch den Saal schwingen und rollen, trippeln und kratzfüßeln ließen, fuhr vielen von den Ohren direkt in die Beine.

 

Tiroler Tageszeitung, 18. Feber 2003


Vox clamans in solitudine - Variationen zum Thema Liebe
Accordone (I)
12. Mai 2002

Ein Muttertagskonzert mit Herz und Schmerz
Wer "Accordone" um Sänger Marco Beasley kennt, weiß um dessen Fähigkeiten, die Zuhörer einer Zeitreise gleich in vergangene Musikepochen zu entführen. Wenn er von Herz, Schmerz, Liebe, Tod oder frivolem Techtelmechtel singt, dann leidet und schmachtet der Zuhörer im Zustand höchster Spannung mit oder durchlebt intensivste Freudengefühle von prickelnder Qualität. Seidenweich die Gehörgänge und in weiterer Folge das Herz umschmeichelnd, hat Beasleys Stimme charismatische Qualitäten und man folgt ihr wie den Flötentönen des Rattenfängers....Was immer authentische Aufführungspraxis bedeuten mag, es muss etwas mit intensivem Lebensgefühl zu tun haben, und an Emotionen mangelte es an diesem Abend wirklich nicht.

 

Tiroler Tageszeitung, 14. Mai 2002


Veni amica mea – The Hilliard Ensemble
Das „Hohe Lied der Liebe“ im Spiegel der Vokalmusik des 16. Jhdts.
19. Januar 2002

Das berühmte Hilliard Ensemble faszinierte im Rahmen der „AbendMusic-Lebensmusik“ in der Stiftskirche Wilten. .... Entgegen den heute bevorzugten Marketingkonzepten der großen Plattenfirmen verzichten die vier Herren jedoch völlig auf Starkult. Ihren Ruhm erwerben sie sich lieber durch höchste Qualität. Das macht sich bezahlt: Die Stiftskirche war von jung bis alt bis auf den letzen Platz gefüllt....Sie bringen trotz der verschiedenen voluminösen Stimmlagen von Bass, Tenor und Countertenor die Fülle aller vier Stimmen zur absoluten Übereinstimmung. Die polyphonen Linien schließen sie damit in einem einheitlichen Klang zusammen, ohne jemals eine Stimme hervortreten zu lassen. Das Quartett gestaltet die Musik durch feine Dynamikübergänge, ohne die abgeklärte, durchgehend einheitliche Intensität zu durchbrechen. ....Den eindrucksvollen Kontrast mit Dissonanzen setzte eine zeitgenössische Komposition von Ivan Moody, die in der Tradition byzantinischer Volksmusik gehalten ist.... Von der ersten bis zur letzten Note hielten sie das begeisterte Publikum in ihrem Bann.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 21. Januar 2002


Lautenmusik aus Frankreich und Spanien - Hopkinson Smith
29. November 2001

Hopkinson Smith gilt als internationaler Experte alter Musik und hervorragender Musiker auf der Laute und der Vihuela de mano, dem elitären spanischen Virtuosen-Saiteninstrument, das mit der Gitarre und der Violenfamilie verwandt ist. ....Hopkinson Smith’s Beliebtheit ist inzwischen so groß, dass er diesmal in Innsbruck die Aula des Canisianums füllen konnte. ...Es gelang Smith, mit seiner konzentrierten Spielweise trotz der geringen Dynamikbandbreite seiner Instrumente in den Bann zu ziehen. ...Smith brachte die kontrapunktischen und polyphonen Rafinessen in gleichmäßigem Fluss der Musik zu Gehör. Dank seiner souveränen Technik waren selbst äußerst virtuose Stellen stets im ruhigen Atem eingebettet und durch feine dynamische Klangfärbungen gezeichnet.

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 1. Dezember 2001


Virtuoses & Verinnerlichtes von Johann Sebastian Bach
10. & 11. Oktober 2001

Bach als Quelle der Inspiration.

Dem großen Barock-Vollender Johann Sebastian Bach widmete die Konzertreihe AbendMusic-Lebensmusik in der bestbesuchten Pfarrkirche Mariahilf einen erfolgreichen Abend....Nobel phrasierend führte die Traversflöte (Linde Brunmayr) in der h-Moll Suite mit ihrer liebenswürdigen „Badinerie“.....Das Brandenburgische Konzert Nr. 5 gab nicht nur Peter Waldner Gelegenheit, mit der großen Solokadenz zu brillieren, sondern im Affettuoso – Satz allen drei Solisten zur Konturierung ihrer innigen Melodielinien.

 

Tiroler Tageszeitung - Jutta Höpfel, 12. Oktober 2001


Ein Meister des Cembalospiels – Gustav Leonhardt
9. September 2001

....(Gustav) Leonhardts Scarlatti hatte Spannung, Vitalität, Klarheit und jede Menge Feinschliff. Da wurde klar, weshalb der Holländer, in seltener Weise Künstler und Forscher in sich vereinigend, zu den verdienstvollsten Musikerpersönlichkeiten nicht nur seiner Generation zählt.

 

Tiroler Tageszeitung - Markus Hauser, 11. September 2001


Mit Pauken und Trompeten
Eröffnungskonzert, 19. Mai 2001

„ großer Applaus beim Eröffnungskonzert der neuen Reihe AbendMusic-Lebensmusik....es musizierten meisterhaft das Trompeten-Consort Innsbruck unter der Leitung von Andreas Lackner, sowie die Barockviolonistinnen Ursula Sandbichler und Ursula Weiss mit dem Barockcellisten Balázs Máté als auch der künstlerische Leiter der Konzertreihe Peter Waldner an Orgel, Cembalo und Orgelpositiv.....Peter Waldner zog an der Orgel nicht nur alle Register seines Könnens, sondern auch seines Instrumentes und verblüffte durchsichtig und farbenfroh bei Bach und Kerll mit selten zu hörenden Klängen. Mit großer Spielfreude und Leichtigkeit brillierten die Barockgeigen, prägnant vom Cembalo und Cello begleitet in Händels Triosonate. Von besonders eingänglichem Fluss und beschwingter Eleganz gelang dabei das Händelsche Menuett...

 

Tiroler Tageszeitung - Armin Berger, 22. Mai 2001